Bemerkenswert

…wie alles begann

….Wir fahren Motorrad. Jeder von uns. Seit vielen Jahren, teils seit Jahrzehnten. Unsere Reisen führten uns bislang – allein oder in verschiedenen Zusammensetzungen…

Wir fahren Motorrad. Jeder von uns. Seit vielen Jahren, teils seit Jahrzehnten. Unsere Reisen führten uns bislang – allein oder in verschiedenen Zusammensetzungen – durch Europa, Skandinavien, Türkei, Georgien und Tunesien. Manchmal für einige Wochen, gelegentlich auch für mehrere Monate.

Aus unserer Gruppe geht der letzte demnächst in den Ruhestand – also endlich Zeit, viel Zeit für Reisen…auch mit dem Motorrad.

Aber wo sind die neuen Ziele, die auch gerne etwas anspruchsvoller sein dürfen?

Der Osten Europas und auch die Türkei fallen aus verschiedenen Gründen aus; der Nahe Osten ebenso, die nordafrikanischen Länder waren nicht unsere erste Wahl….

Das erste, zugleich unser Lieblingsziel, war der Iran. Allerdings…siehe oben.

Wir leben in Europa auf einer Insel der Glückseligen, der Blick auf die Länder ringsum ist nicht wirklich erhebend. Also, welches Ziel?

Einer von uns hat bereits etwas Südamerika-Erfahrung und verfügt über Kontakte nach Kolumbien.

Ziemlich schnell stand dann fest: Südamerika, die Andenstaaten – mit dem Motorrad! Genau richtig für uns!

Bis es dann wirklich losgeht standen einige Impfungen auf dem Programm, etwas Spanisch lernen, viel Lesen über die Andenstaaten, Beschäftigung mit der Sicherheitslage und natürlich:

Nachdenken über die Route.

Santa-Tal bei Huaraz

Dies wird vermutlich unser erstes Highlight werden – das Santa-Tal bei Huaraz in Peru. Vermutlich vorbei an den Lagunen von Llanganuco nach Chavin de Huantar.

…wie geht es weiter?

Nachdem die beiden nun gut wieder in Lüneburg eingetroffen sind, werde ich mich noch einige Tage in Cali aufhalten und dann nach Santiago de Chile fliegen.

Von dort aus werde ich zur Osterinsel fliegen, wieder zurück nach Santiago und anschließend in den Norden Chiles zur Atacama-Wüste fahren, wieder zurück nach Santiago und Ende Mai 2024 via Brasilien zurück nach Deutschland.

Valparaiso

25. + 26.05.2024

25. Jahrestag Kulturerbe

Zufall, ich hatte Glück. Am Sonntag wurde der 25. Jahrestag des UNESCO-Kulturerbes Valparaiso begangen. Überall in der Stadt gab es kostenlose Führungen zu einzelnen Stadtteilen und Sehenswürdigkeiten, viele Kunstgewerbestände, Musik, Feuerwehr, Marine und viel Trubel.

An einer historischen Führung zu den Ursprüngen der Stadt nahm ich teil und habe viele interessante Eindrücke gewonnen und gelernt.

Schaut euch die Fotos an, vielleicht können sie euch ein besseres Bild vermitteln, als ich es hier ausdrücken könnte.

Nur so viel: die Stadt hat viel, viel, sehr, sehr morbiden Charme. Etliche alte Drahtseilbahnen (leider funktioniert ein Teil nicht mehr), die die Hänge hinauffahren, wunderschöne alte Fassaden, Hundehaufen überall, Uringestank, großartige Graffitis überall, zugeschmierte versudelte Wände überall, brüchige alte Fassaden hinter denen sich Brache befindet, hübsche Cafés, schrille Bars, Penner-Kneipen, alles da. Und natürlich eine wunderbare Bucht, herrliche Ausblicke, Hafen, Schiffe auf Rede, wahnsinnig hupende Busfahrer… Kurz: spannend!

Ascensor

Blick auf die Bucht von Valparaiso

Fußweg zum Cerro Artillería de Valparaiso
Das Haus der vier Winde

La Escalera de los Sueños (Mosaik und Treppe der Träume)

Die Treppe der Träume

Sehr viele Fotos und Videos hier. 26.05.2024

Fotos und Videos hier. 25.05.2024

Chile – Fahrt von Antofagasta nach Valparaiso

25.05.2024

Nach 2 Nächten Ruhe in Antofagasta bin ich mit Zwischenstationen in Copiapó und La Serena in Valparaiso angekommen.

Unterkunft in Copiapó

So langweilig die Strecke immer entlang der Küstenwüste erscheinen mag, immerhin ca. 1.400 Kilometer, so gibt es doch hin und wieder einige interessante Dinge zu sehen.

Entlang der Panamericana Norte
Mano del Desierto

Zum Beispiel taucht diese Hand irgendwo neben der Straße plötzlich auf. Ein Hilferuf? Es gibt Leben in der Wüste? Jedenfalls beeindruckend.

Seit Calama sind immer wieder gigantische Staubwolken, Abraumhalden, Eisenbahnstrecken, Pisten, die irgendwo ins Nichts führen, riesige LKW und zahlreiche weitere Hinweise auf Bergbau- bzw. Minenaktivitäten zu sehen.

Neben Kupfer und Eisenerz spielte früher Salpeterabbau (um 1900) hier eine bedeutende Rolle. Salpeter war ein wichtiger Grundstoff für Düngemittel und Sprengstoffe. Um diesen Grundstoff wurde der Salpeterkrieg zwischen Peru, Bolivien und Chile geführt. Seitdem hat Bolivien keinen Zugang zum Pazifik mehr.

Beim Salpeterabbau spielten damals deutsche Minengesellschaften eine bedeutende Rolle.

Panamericana Norte
Reste einer Bergbausiedlung
Ehemaliger Friedhof einer Bergbausiedlung
Grab eines Deutschen

Denkmal für die Mineros

Zwei kleinere Abstecher von der Strecke führten mich zu einem Observatorium und zu einem Stausee.

Das Observatorium konnte ich leider nicht besuchen, da muss man sich zu einer Führung tagelang vorher anmelden, aber der Weg dorthin war sehr interessant; ich fuhr an scheinbar endlosen Flächen von Solaranlagen vorbei.

Übrigens: Windräder, „Windparks“ („Industriepark“; Park und Industrie in einem Wort ist schon krass), Solaranlagen, alles in gigantischem Ausmaß, kann man entlang der Strecke sehr häufig sehen.

Solarpark
Solarpark

Fotos und Videos  hier.

Chile – Valle de la Muerte

21.05.2024

Am heutigen Tag hatte ich ursprünglich geplant nach Calama zu fahren, dort die Kupfermine von Chuquicamata zu besuchen und anschließend weiter nach Antofagasta.

Der Besuch der Mine ist kostenlos und wird täglich von der Minengesellschaft Codelco angeboten. Man muss sich zuvor via Email anmelden und erhält dann eine Terminbestätigung.

Diese Bestätigung hatte ich bislang nicht erhalten. Deshalb rief ich bei der Gesellschaft an, nur um nach einigem hin und her zu erfahren, dass seit Corona keine Führungen mehr stattfinden.

Schade. Einerseits.

Andererseits sehr schön! Ich konnte mir also bei meinem letzten Highlight, dem Besuch des Marstals oder Tal des Todes, viel Zeit lassen.

Und das war es wert!!!

Valle de la Muerte

Blick vom Mirador am Valle de la Muerte

Schon die Fahrt ins Tal hinein, außergewöhnlich schön!

Videos hier.

Neben großen Sanddünen, auf denen man surfen kann, gibt es die unglaublichsten Felsformationen und kleine gewundene Täler, die nirgendwo enden…

Natürlich hat es mich gereizt dort hineinzugehen. Nach wenigen Schritten umgibt dich eine absolute Stille, nichts, absolut nichts ist zu hören, es ist einfach still, wie auf dem Mars? Jedenfalls wie irgendwo ganz weit weg von jeder Zivilisation; ich fand es wunderschön und bin einfach nur weitergegangen…immer wieder sind kleine Gewächse zu sehen, wie ist das möglich? Leben, vereinzelt kleine Vögel, die bei meiner Annäherung aus den kleinen Sträuchern schnell irgendwohin fliegen, Leben in dieser lebensfeindlichen ? Welt.

Plötzlich überkommt mich der Gedanke, was ist wenn ich mir hier irgendwo den Knöchel stauche, den Fuß breche? Wird mich jemand hören? Die Flasche Wasser reicht nicht weit…

Also ganz vorsichtig, Schritt für Schritt weitergehen, nicht mehr über kleine Gräben springen und irgendwann zurück….

…da kann man sich hindurchschlängeln.

Zum Abschluss habe ich dann ei letztes Mal vom Mirador del Valle den Blick auf die Szenerie der Vulkane genossen, aufgereiht wie an einer Perlenschnur, manche mit einer kleinen Schneekappe, zieht sich die Vulkankette am Horizont entlang.

Dahinter liegt Argentinien und links Bolivien. Wie mich das reizt da rüber zu fahren….am besten mit dem Motorrad….

…auf bald!

Fotos hier.

Chile – Salar de San Pedro

20.05.2024

Heute ging’s in den Salar de San Pedro. Das ist eine riesige Salzpfanne, die sich von Nord nach Süd entlang der Andenvulkane erstreckt.

Inmitten diese Salars gibt es etliche Lagunen, eine hat de Namen „Ojos del Mar“ , Augen des Meeres. Irgendwie ganz passend. Rosafarbene Flamingos wurde dort extra für die Touristen als malerische Fotomotive platziert…

Und ja, Schwimmen geht auch, aber eisig kaltes Wasser. Dafür mit Auftrieb, sehr salzhaltig, wie im Toten Meer.

Ich bin gerade nicht zu sehen, bin getaucht😁🙃

2.344 Meter Höhe

Fotos hier.

Unterwegs in Chile – San Pedro de Atacama

19.05.2024

Fotos von Antofagasta und der Atacama-Wüste hier

Auf dem Weg von der Küste nach Calama in der Atacama-Wüste sieht man vor allem aufgewühlte Erde,  Abraumhalden und gelegentlich gefühlt kilometerlange Züge mit Schüttgut.

Abraumhalde
Auf dem Weg nach Calama

Bei Calama waren riesige Staubwolken zu sehen, die vermutlich in der Gegend von Chuquicamata, der größten Kupfermine der Erde, aufgewühlt werden.

Ruta del Desierto
Grabstelle, Erinnerungsort. Übrigens sehr zahlreich

Je mehr man sich dem Salar von San Pedro nähert desto spektakulärer wird die Landschaft. Am Horizont zeigen sich die ersten Vulkankegel, schroffe Taleinschnitte, Geröllhänge und Sanddünen wechseln sich ab.

Atacama-Wüste
Salar von San Pedro de Atacama

San Pedro selbst ist inzwischen ein hochtouristischer Ort mit allen Begleiterscheinungen, selbst Verkehrsstaus gibt es hier.

Ich habe schnell mein Zimmer bezogen und bin dann gleich weiter in Richtung Paso Jama.

Indigene Unterkunft

Der Weg nach Paso Jama bietet spektakuläre Aussichten und führt gleich am ersten Vulkan vorbei.

Richtung Paso Jama

Auf der Höhe von 4.160 Metern war dann leider Schluss, die Straße war vorübergehend gesperrt. Ein Stück weiter, auf der anderen Seite, gab es starken Schneefall und die Raumfahrzeuge konnten so schnell nicht organisiert werden.

Stopp auf dem Weg nach Paso Jama

Argentinische Motorradfahrer mit dicken BMW und Straßenbereifung hingen ebenfalls fest.

…to be continued…

Das nächste Highlight war dann das Mondtal, Valle de la Luna und der Mirador de Kari , um von dort aus den Sonnenuntergang zu bewundern.

Das Valle de la Luna beeindruckt durch bizarre Landschaft und ebensolche Felsformationen.

Tres Marias

Es gibt dort eine schmale, gewundene Schlucht, gerade mal so breit, dass eine Person hindurchgehen kann; die Schlucht war leider gesperrt.

Sonnenuntergang

Blick vom Mirador de Kari

Fotos hier.

Unterwegs in Chile – Antofagasta

18.05.2024

Gefahrene Strecke ca. 870 Kilometer

Die Strecke nach Antofagasta führt über die Panamericana Norte, eine sehr gut ausgebaute Straße mit teils spektakulären Blicken auf den Pazifik und auch Strecken mit Marsanmutung.

Insgesamt kommt man schnell voran.

Ab Santiago bis kurz vor La Serena führt die Straße durch das fruchtbare, grüne Santiago-Tal mit großen Weinanbaugebieten, Frucht- und Gemüseanbau.

Dann ganz allmählich verändert sich die Landschaft und es geht langsam in die Küstenwüste über. Die Besiedlung wird immer weniger, kaum noch Verkehr und zwischendurch fährt man durch Marslandschaften. Zumindest stelle ich mir das so vor….

Nördlich von La Serena befinden sich wegen der klaren Atmosphäre und der fehlenden Lichtverschmutzung einige astronomische Beobachtungsstationen.

Observatorium

Bei dem kleinen Hafen Taltal habe ich einige schöne Strände gesehen…leider keine Zeit. Ich muß nach Norden weiter.

Strand bei Taltal

Antofagasta ist nicht wirklich einladend, ein typischer Industriehafen. Über diesen Hafen wird vor allem Kupfer und andere Bodenschätze ausgeführt, die in der Nähe bei Calama, abgebaut werden.

Eine ehemals sehr schön angelegte Promenade ist vollkommen verwahrlost, mit Müll, Glasflaschen, Uringeruch und verkommenen Gestalten verziert. Ich hatte den Fehler gemacht dort spazieren gehen zu wollen.

Schade drum.

Antofagasta

Fotos hier.

Unterwegs in Chile – La Serena

17.05.2024

Der Flug von der Osterinsel nach Santiago de Chile verlief sehr angenehm mit gutem Essen an Bord.

Der Flughafen ist sehr überschaubar bis auf die Start-, bzw. Landepiste. Die ist außergewöhnlich lang, über 3.000 Meter. Sie diente als Notlandepiste für das Space-Shuttle Programm.

Essen an Bord!!!

Pünktlich in Santiago angekommen mußte ich zunächst mit einem Shuttle zur Mietwagen-Station etwas außerhalb des Flughafens.

Ich habe für die letzten Tage in Chile einen Kleinstwagen gemietet, die preisgünstigste Klasse, Hyundai i10.

Welche Überraschung: ich bekam ein Upgrade!

Ein VW Automatic TAOS.

Von dem Model habe ich noch nie etwas gehört, ziemlich groß und sehr bequem.

Taos

Nun gut, ich habe mich nicht gewehrt und sofort umdisponiert. Statt langsam von Santiago aus an der Küste nach Norden zu fahren, befinde ich mich jetzt bereits in Antofagasta, ziemlich weit im Norden, in der Nähe von San Pedro de Atacama. Der Zwang der Umstände eben….

Am Abend mit dem Wagen noch rein nach Santiago zum Hotel. Befand sich in keiner sehr guten Gegend, in der Nähe eines großen Busbahnhof s und einer Metrostation. Unangenehme Gestalten auf der Straße und sehr viel Wachpersonal am und im Hotel.

Am nächsten Morgen dann rauf auf die Panamericana und in Richtung Norden. Ziel: La Serena – von der Entfernung her zum „Eingewöhnen“, ca. 480 Kilometer.

Faro Monumental de Las Serena
Leuchtturm von La Serena

Das historische Zentrum hat hübsche koloniale Gebäude, die Playa sieht weniger ansprechend aus.

La Serena

Fotos hier.

Rapai Nui – letzter Tag

15.05.2024

Von der Insel, ihrer Geschichte und vor allem von den Steinfiguren, den Moais, gäbe es noch viel zu erzählen.

Als eine Besonderheit gilt beispielsweise, dass einige Figuren sogenannte „Hüte“ tragen. Diese Hüte bestehen aus rotem Vulkangestein, das auch nur an einer Stelle auf der Insel vorkommt.

Puna Pau
„Hutfabrik“

Im Steinbruch Puna Pau wurden die roten Kopfbedeckungen aus dem Fels geschnitten und dann über viele Kilometer über die Insel transportiert.

Rote Kopfbeckung
Einige Moais tragen die roten Kopfbedeckungen

Ahu Tongariki

„Hut“ aus rotem Vulkangestein

Detaillierte Infos zu den Steinfiguren hier.

Entlang der Küstenlinie, vor allem im Süden der Insel, kann man zahllose Ahus (das sind die Plattformen, auf denen die Moais aufgestellt wurden) finden. Einige sind noch ziemlich gut erhalten, in der Nähe liegen gelegentlich Trümmer von umgestürzten Moais herum.

Ich habe etliche dieser Ahus besucht, mir ist dabei aufgefallen, daß es immer Sichtverbindungen zum jeweils links oder rechts anschließenden Ahu gibt. Keine Ahnung ob das irgendeine Bedeutung hat…..

Außer den sichtbaren Steinfiguren gibt es auch Schrifttafeln, (Rongorongo-Schrift), von denen ich allerdings keine einzige im Museum Hanga Roa gesehen habe.

Thomas Barthel, deutscher Ethnologe, hat bei der Entschlüsselung Grundlagenarbeit geleistet.

Hier wie bei den Quipus der Inkas haben christliche Missionare „teuflische“ Arbeit geleistet, indem sie alle Zeugnisse derer sie habhaft werden konnten als Teufelswerk verbrannten.

Jetzt aber wirklich zu meinem letzten Tag auf der Osterinsel, der sich noch einmal mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschiedete.

Blick von meiner Unterkunft

Friedhof mit LED-Beleuchtung

Bei einem letzten Spaziergang in Hanga Road hatte ich wieder Glück und konnte Seeschildkröten (Tortugas Verdes) beobachten.

Videos hier.

Natürlich habe ich die Kirche in Hanga Roa nicht ausgelassen. Sehr schlicht, anschaulich die Anpassungsfähigkeit….

Die Katholische Kirche in Hanga Roa

Der „Vogelmannkult?“

Außerhalb der Kirche, am Straßenrand:

MAN-Feuerwehrwagen

Fotos hier.