22.03.2024
Gefahrene Strecke ca. 190 Kilometer

Heute waren wir fast ausschließlich auf der Panamericana unterwegs. Links die Wellen des Pazifik, die gegen die Felsen branden oder an einem langgezogenen Strand auslaufen und auf jeden Fall einen Saum von Dunst über die Küste legen und unsere Visiere trüben.

Rechts kahle Wüstenberge und heute streckenweise Sandwüste, so wie wir uns eben Wüste vorstellen. Dünen, Sandwellen….



Wenige Kilometer nach unserer Abfahrt machten wir bereits unseren ersten Stop, Puerto Inca.
https://maps.app.goo.gl/W4LxsPC9LnVGrHPS8
Von diesem winzigen Hafen – eigentlich ist es nur eine kleine Bucht – führt ein Inka-Trail durch die Berge rauf nach Cuzco.
Auf diesem Weg waren zu Zeiten der Inkas die Chasquis, die Stafettenläufer unterwegs; sie sollen angeblich so schnell gewesen sein, dass der Inka in Cuzco häufiger frischen Fisch aus dem Pazifik bekommen haben soll.
…es könnte sich vermutlich eher um Verleihnix-Ware gehandelt haben…es sind immerhin ca. 730 Kilometer bis Cuzco…
Neben der eher unscheinbaren archäologischen Stätte befindet sich heute ein „Resort“, das seine besseren Tage schon länger hinter sich hat.




Heute ist mir ein Lapsus bei der Navigation unterlaufen, der vermutlich auf die gestrige übermäßige Zufuhr von Vitamin C zurückzuführen ist. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen mußten wir uns gestern Abend 2 Liter Vitamine in Form von Pisco Sour zuführen. Außerdem war 1 Liter deutlich günstiger als 4 einzelne Gläser, was den Schwaben in mir doch etwas übermütig werden ließ. Zum Glück hat uns ein Mototaxi zu unserer Unterkunft gebracht….
Der Fehler: wir haben einen Abzweig nach Puerto de Lomas verpasst, das wir uns ansehen wollten. Stattdessen sind wir auf der Panamericana weiter in die Wüste gefahren. Das fuhr sich so schön…..
https://maps.app.goo.gl/8ebZbWe39HS4E9m67
Übrigens – trotz der 37 Grad + – lässt es sich Dank des strammen Windes gut fahren. Der Wind ist erfrischend kühl (33 Grad), jedenfalls solange man fährt und Luft in die Kombi lässt.
Etliche Kilometer vor unserem Ziel durchfuhren wir ein riesiges Bergbau-Gebiet. Hier wird von einer chinesischen (!) Firma Eisenerz abgebaut und nach China verschifft.
https://maps.app.goo.gl/xfeRvnRG7X1tJpgA6
Marcona ist eine Minenstadt, wüste, runtergekommene Arbeitersiedlungen, viel Industrie, Zäune und Staub.


Unser außerordentlich freundlicher und hilfsbereiter Gastgeber fuhr uns zu einigen besonderen Punkten an der Küste. Er kam richtig in Wallung, als wir ihn auf die chinesische Mine ansprachen.
Er berichtete uns, dass es hier teils gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den peruanischen Bewohnern und den chinesischen Minenbetreibern gibt. So haben die Chinesen z.B. eine Straße, auf der die Fischer zu ihren Booten fahren, einfach gesperrt, weil sie durch Konzessionsgebiet führt.
Die Chinesen scheinen sich wie Kolonialherren aufzuführen.

Außerdem wollen die Chinesen einen Hafen bauen und haben schon einmal größere Teile der Küste abgesperrt, so daß die Bewohner der Stadt dort keine Häuser mehr bauen können und dort keinen Zugang zum Meer haben.
Chancay liegt nördlich von Lima und nicht wie die DW behauptet südlich.
https://e.pcloud.link/publink/show?code=XZyV89ZzXT9R4fnxdHn85GtFjbEujnWBbfy
Neben der Mine gibt es noch dieses hier:




Fotos hier.
Falls es interessiert hier noch eine kleine Literaturempfehlung zum Kolonialismus in Lateinamerika, schon etwas älter.
Eduardo Galeano; Las venas abiertas de latino América, Die offenen Adern Lateinamerikas
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_offenen_Adern_Lateinamerikas?wprov=sfla1
Guten Morgen!
Bei euch heute hoffentlich mit klarem Kopf. Ich kann mir gut vorstellen, dass man auf so einer Route, bei diesen Strapazen und Temperaturen, sehr viel Vitamin C braucht. Gut, dass es genug davon gibt und dass die „Apotheken“ abends noch geöffnet sind!! 🤣🍷🍷🍷
Meine Aufwachlektüre war heute leider getrübt. Die Chinesen… 😡 Vielen Dank an der Stelle für die Informationen und die Links!
Leider konnte ich auf dem Handy keine Seelöwen erkennen. Und auf einem anderen Strandfoto habe ich mich gefragt, was das für schwarze Häufchen sind, die wie Maulwurfshügel aussehen. Vielleicht muss ich mir die Fotos doch mal am PC angucken.
Gute Weiterreise!
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Vielen Dank für die Hinweise. Habe ich auf der Homepage bereits geändert. Die „Tangernte“ haben wir entlang der Panamericana schon häufiger gesehen.
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Die Fotos auf dem PC angucken ist auf jeden Fall eine gute Idee!
Da kommt so einiges hoffentlich besser rüber – unsere Bäuche und weiße Stelzen leider auch.
Schönen Tag noch und Grüße nach Deutschland
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