Orongo-Krater – Vogelmannkult

10.05.2024

Die Osterinsel wird von mehreren Kratern dominiert.

Der bedeutendste, beeindruckendeste und auch in der Kultur der indigenen Bewohner wichtigste, ist der an der äußersten Südwestspitze gelegene Orongo-Krater.

Orongo-Krater

Der Blick vom Kraterrand in den mehrere hundert Meter tiefen, wassergefüllten Grund ist wirklich atemberaubend….

Mystisch…
Scharte in Richtung Pazifik, von hier aus geht es „nur“ noch rund 200 Meter steil abwärts zur Meeresoberfläche

Hier oben am Kraterrand befand sich das religiöse Zentrum der Inselbewohner. Hier und nur hier befanden sich die heiligsten Stätten. Hier fand gegen Ende der Osterinsel-Kultur der „Vogelmann-Kult“ statt.

Von der Kraterscharte aus sind es „nur“ ca. 1.400 Meter bis zu einer vorgelagerten Insel, auf der sich jährlich zu einer bestimmten Zeit Seevögel zum Nisten einfanden.

Die Aufgabe des Vogelmanns bestand nun darin, durch die stürmische See zu der kleinen Insel zu schwimmen, das erste Ei zu finden und es unversehrt durch die Fluten zurück zu bringen.

Übrigens: es gibt hier auch Haie!

Gut 1.400 Meter Distanz, einfache Strecke

Die Bilder zeigen leider nicht den starken Seegang!!

Unterkunft der Priester
Unterkunft der Priester

Hier auf diesem schmalen Grat zwischen Pazifik auf der einen und Kratersee auf der anderen Seite befanden sich zahlreiche Heiligtümer und Petroglyphen, von denen die meisten geraubt und im besten Fall in die Museen der Welt gebracht wurden.

Petroglyph
Petroglyph – MakeMake, der Schöpfergott

Eine Stelle wird heute bezeichnenderweise als „British Museum“ bezeichnet. Hier befand sich der einzige Moai der gesamten Anlage (heute im Britischen Museum).

Übrigens: zur Geschichte von Rapa Nui und insbesondere zum Vogelmannkult kann ich den Film von Kevin Costner mit dem etwas reißerischen deutschen Titel „Rapa Nui – Rebellion im Paradies“ nur empfehlen. Durchhaltevermögen ist Voraussetzung, imho etwas langatmig.

Der Weg zum Orongo-Krater führt über eine halbwegs vernünftige Asphaltstraße aufwärts; unterwegs bieten sich großartige Ausblicke auf die gesamte Osterinsel.

Flughafen Hanga Roa
Blick über die Insel
Hanga Roa

Das Orongo-Heiligtum ist strengstens abgesperrt und kann nur mit einem Führer im Rahmen einer Gruppe besichtigt werden; wie im Prinzip alle anderen Sehenswürdigkeiten auch.

Hierzu schreibe ich in einem weiteren Artikel noch genaueres.

Aufgrund meines unverfänglichen Aussehens 😁😁 konnte ich mich bislang kostenlos in Gruppen „integrieren“.

Fotos hier.

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