Resümee – Menschen

01.05.2024

Bei all den großartigen Landschaften – vom vergletscherten Huascaran, über die endlosen Küstenwüsten, HuacaChina, Oasen im Sand – das wirklich Beeindruckende sind die Begegnungen mit den Menschen, der Blick in die freundlichen, lachenden Gesichter.

Ohne Begegnung mit den Menschen unterwegs bliebe die Reise farblos, irgendwie blutleer…

Eine typische Begegnung unterwegs auf dem Motorrad:

Da schlängeln wir uns nun gefühlt schon eine Ewigkeit durch die Straßen der großen Stadt, es geht kreuz und quer, vor allem laut und abgasvoll, die erste Verkehrsregel lautet, achte auf das was der vor dir herfahrende oder der von links kommende oder der vor dir stehende oder überhaupt irgendeiner der dich umgebenden Verkehrsteilnehmer (teilnehmen ist hier genau der richtige Begriff) macht, falls er es  jetzt selbst schon ahnt was er gleich vorhat; da wird links geblinkt, ohne Bedeutung, das ist Dauerblinken, nein, der hat sich ganz links eingefädelt, weil er gleich diagonal vorbei an allen anderen nach rechts abbiegen will, oder er überlegt es sich doch noch einmal….

Da schwimmen wir nun also irgendwie mit, die innere Spannung steigt, jetzt bloß gelassen bleiben…da kommt von rechts die Frage: Woher kommt ihr? Oh, schönes Motorrad! Jetzt steht der Verkehr vollends….ah Alemania, Lachen, Lächeln, Daumen hoch, von links schließt sich der nächste an, alles freut sich, uns geht es gut, vor uns tut sich eine Lücke auf, jetzt Gas geben, draufhalten, wer zuckt hat verloren….

In dem kompletten Wahnsinn geht es eigentlich völlig entspannt zu, mit richtig viel Kontaktaufnahme, nicht nur verbal; und rücksichtsvoll ist es, gespielte Aufregung, keine Aggression.

Das war jetzt der Standard.

…to be continued…

Resümee – Sicherheit

28.04.2024

Im Vorfeld einer Reise nach Südamerika steht natürlich das Thema Sicherheit ganz oben auf der Liste der Fragen.

Wir alle haben furchtbare Bilder von Gewalt, Bandenkriegen, Entführungen, Drogenmafia, Korruption und Behördenwillkür im Kopf. Wir lesen und hören in unserer Presse fast wöchentlich darüber. Auch wer sich die entsprechenden Seiten des AA ansieht, oder die App „Sicher Reisen“ des AA lädt, kann mehr als ein mulmiges Gefühl bekommen.

Und ja, vieles von dem stimmt, ist oft (leider) Alltag.

Und nein, wir haben nichts von alledem erlebt!!!

Das hat sicherlich auch mit unserem Verhalten zu tun, aber vor allem auch mit der Art unserer Fortbewegung. Motorräder mit kolumbianischen Kennzeichen und natürlich erkennt niemand in uns einen Gringo 😁😁😁, wobei – wir sind keine Gringos, wir sind Alemanes.

Polizei und Militär haben uns fast immer einfach durchgewunken und wenn nicht, dann wurden wir aus Neugierde gestoppt, die Motorräder bewundert und spätestens wenn wir als Herkunft Alemania nannten, überzog ein dickes Grinsen die Gesichter. Easy going.

Wir haben immer darauf geachtet, dass die Motorräder nachts sicher untergebracht waren, das ging ausnahmslos ohne Probleme. Gelegentlich wurden Flure freigeräumt oder wir konnten in die Hotellobby fahren. Easy going.

Wir sind bis auf zwei Ausnahmen grundsätzlich nicht bei Dunkelheit gefahren.

Hinzu kommt sicherlich, dass wir zu dritt unterwegs waren, deutlich aufgetreten sind und keine riesigen Sprachbarrieren hatten.

Auf manchen Strecken haben wir uns vorab nach der Sicherheitslage erkundigt und sind nicht von der Hauptroute abgewichen.

Und ja, wir haben bestimmte Gebiete gemieden, teils weil sie einfach nicht zu unserer Route passten, teils weil sie aktuell zu gefährlich sind. In Ecuador z.B. die Küste um Guayaquil, in Kolumbien die Provinz Nariño abseits der Panamericana.

Und ja, wir konnten ein UNESCO-Weltkulturerbe, San Agustín, wegen der aktuellen Sicherheitslage nicht besuchen.

Also: Sicherheit ist immer ein Thema. Sicherheit war kein Thema.

Sicherheitshinweise des AA

App des AA

Latina-Press – eine sehr informative Seite zu Südamerika

Resümee – Motorräder

27.04.2024

Ein Fazit nach 11.000 Kilometern in Südamerika auf Asphalt (mit Schlaglöchern), Schotter, Sand, felsigem Untergrund, Regen, Hagel, Wüstenhitze.

Gerne, immer wieder!!!

RE Himalayan

Die Royal Enfield Himalayan mit ihren 411 CC und 24,5 PS ist für Südamerika genau das richtige Motorrad.

Die Leistung ist völlig ausreichend; hier gelten die 411 CC als hochvolumig! Die Reisegeschwindigkeit bewegte sich meist so zwischen 60 und 80 km/h. Über lange Strecken ging es oft nur im 2. Gang.

Nach der ersten Inspektion, die wir in Lima bei ca. 4.500 km in einer RE-Werkstatt haben durchführen lassen, hat die Maschine noch mal so richtig an Durchzugskraft gewonnen. Jetzt war sie richtig eingefahren.

Im Verbrauch sehr sparsam, immer so etwas über 3 ltr./100km.

Ölverbrauch nicht feststellbar.

USB-Steckdose, Zubehör

Sitzposition sehr gut. Aufrecht, guter Knieschluss, gute Sitzbank. Keine Probleme.

Navihalterung, Zubehör

Zuverlässiger Motor, mit guter Treckercharakteristik, vor allem von unten rauf, säuft nicht ab, gutmütig. Entspannte Drehzahl. Gerade auf schlechtem Gelände eine absolute 1.

Handprotektor, Zubehör

Das Fahrwerk ist absolute Spitze. In jeder Situation zuverlässig, zieht locker durch jeden Untergrund, plötzliche Schlaglöcher irritieren nicht. Zieht stoisch seine Bahn. Schluckt alles, verzeiht alles.

Schlauchschellen, Zubehör

Auf Schotter eine wahre Freude. Fliegen über Wellblechpisten geht wunderbar.

Schlauchschellen an den Bälgen haben wir nachträglich angebracht. Sonst alles Serie.

Die Koffer bauen etwas zu breit. Beim Schlängeln durch den Stadtverkehr eher hinderlich.

Die Koffer und die zugehörigen Träger, Marke Bison, hecho en Colombia, haben eine ausreichende Größe, ca. 30 ltr. Sind massiv, schließen dicht, halten einiges aus, sind relativ schnell zu befestigen und wieder abzunehmen. Haben auf dem Deckel noch diverse Ösen für die Verzurrung von weiterem Gepäck.

Die Träger sind aus Eisen, sehr stabil. Allerdings schlecht verarbeitet, zumindest was den Farbanstrich anbelangt.

Schwarz auf Eisen ohne Grundierung = Rost.

82. Reisetag – Rückkehr mit Umwegen

26.04.2024

So reibungslos sich auch der Abflug der beiden aus Cali gestaltete, so kompliziert wurde es dennoch zum Schluss….

Venezuela hat die Überflugrechte verweigert, wegen des deshalb notwendigen Umwegs reichte der Sprit nur bis Brüssel.

Dort mußte die Maschine betankt werden, bevor es weiter nach Frankfurt ging.

Im Ergebnis kam dann noch eine Nacht im Hotel in Frankfurt dazu, so dass sie erst heute in Hamburg eintrafen.

Positiv: das Gepäck traf gemeinsam mit beiden in Hamburg ein!!!

81. Reisetag – Wie geht’s weiter?

25.04.2024

Die beiden sind in der Luft und schon irgendwo über dem Atlantik unterwegs.

In Cali hat es heute Nacht stark geregnet – ich bin unten in der Stadt bei Familie Rivas geblieben, da im Dunkeln fahren nicht unbedingt ratsam ist…

Mit leichter Bekleidung und einem geliehenen Helm am Vormittag rauf in die Berge. Durchatmen – frische Luft hier oben.

Finca La Soñada
Schmetterling 🦋

Wie geht’s weiter?

Am 2. Mai werde ich nach Santiago de Chile fliegen, dort einige Tage verbringen, dann weiter auf die Osterinsel. Von dort wieder zurück nach Santiago.

Dann werde ich mich einige Tage an der chilenischen Küste bei Valparaiso und weiter nördlich rumtreiben.

Anschließend via Sao Paulo zurück nach Lüneburg, wo ich dann Ende Mai eintreffen werde.

Wer möchte kann mich hier gerne weiter verfolgen und mich auf meiner Reise begleiten.

In den kommenden Tagen wird es hier etwas „stiller“ werden, da ich oben in den Bergen nur Mobilfunk und kein WiFi habe, also etwas mit meinem Datenvolumen haushalten muss.

Bis bald…..

PS

Kommentare sind willkommen

80. Reisetag – Abflug, Rückreise, Back Home

24.04.2024

Fotos hier

Nachdem wir am Vortag die Koffer bereits gepackt hatten, heute am Vormittag noch ein Finish, Koffer kennzeichnen, bereitstellen und auf Edgar warten.

Hundekotbeutel sind einfach praktisch!!!

Ein letztes Foto und runter in die Stadt. Der Plan ist möglichst frühzeitig am Flughafen zu sein – online-check-in ist bereits erledigt – um für mögliche Diskussionen am Schalter noch ausreichend Zeit zu haben.

Die Koffer haben reichlich Gewicht und wir wissen nicht, ob sie Übergewicht haben und wie wir das dann regeln können….

Außerdem soll noch ein zusätzliches Gepäckstück auf den Weg nach Hause gehen. Inhalt: meine Motorradklamotten, die will ich nicht unbedingt weiterhin durch die Gegend schleppen. Die Hundekotbeutelgekennzeichnete Tasche 😁

Sämtliche Befürchtungen lösten sich in Luft auf. Das Gewicht der Koffer passte und die zusätzliche Tasche ging, gegen Gebühr, auch noch mit.

Cali, Sicherheitskontrolle

Die beiden konnten sogar eine Stunde früher als geplant von Cali abfliegen.

Cali – Bogota – Frankfurt – Hamburg LH 543

Soweit der Plan ….

79. Reisetag – Lago Calima

23.04.2024

Gefahrene Strecke ca. 170 Kilometer

Einmal um den Lago Calima

Heute unternahmen wir bei bestem Wetter unsere letzte gemeinsame Motorradausfahrt rund um den Lago Calima, in den Bergen in der Nähe der Pazifikküste.

Zunächst geht es von der Finca auf einer Höhe von ca. 1.700 Meter runter bis auf 500 Meter. Auf diesen nur 35 Straßenkilometern erlebt man verschiedene Vegetationszonen.

Beim Start ist es noch relativ kühl, tropischer Regenwald, um Dagua wird Ananas angebaut – die sehr süß ist und ausgezeichnet schmeckt – dann geht es beim heißen und trockenen Lobo Guerrero nach einer gut ausgebauten Militärkontrolle noch ca. 55 Kilometer weiter bis zum Pazifikhafen Buenaventura (sehr heißes, nicht ungefährliches Pflaster, Drogenumschlagzone), und rechts wieder rauf in die Berge zum Lago Calima.

Übrigens: ab der Gegend um Buenaventura sollen schon Drogen-U-Boote in Richtung Norden gestartet sein.

Am Lago Calima befindet man sich dann wieder in einer in jeder Hinsicht ganz anderen Zone. Campingplätze, Ferienhaussiedlungen, Villenanlagen, Rinder auf Weiden, fast lieblich geschwungene Hügelketten.

Und für uns ganz wichtig: am letzten Tag noch mal so richtig viele schöne Kurven!

Am Lago Calima

Fotos hier.

78. Reisetag – Deutsche Schule Cali

22.04.2022

Heute besuchten wir das „Colegio Alemán Cali – Deutsche Schule Cali„.

Wir waren eingeladen worden, konnten das Schulgelände besichtigen und hatten die Gelegenheit einer Schulklasse von unserer Reise zu berichten und ihre Fragen zu beantworten.

Der Schulleiter berichtete uns von der aktuellen Situation an der deutschen Schule und verwies insbesondere auf den Wettbewerb zwischen der amerikanischen, französischen und anderen privaten Schulen in Cali.

Besonders beeindruckt hat uns die Ausstattung und Gestaltung des Vorkindergartens und des Kindergartens. Großartig architektonisch und mit Liebe zum Detail gestaltete Anlage.

Beeindruckt hat uns das sehr gute Sprachniveau der Schüler, denen wir von unserer Fahrt erzählten und die uns zahlreiche Fragen stellten. Etliche der Schüler waren bereits zu einem Austausch in Deutschland, bzw. bereiten sich auf einen Austausch vor.

Fotos hier.

77. Reisetag Cali – Rodizio

21.04.2024

Mittagessen mit Familie Rivas

Rodizio

Essen mit Familie Rivas

Die Familie Rivas hat uns nicht nur bei der Vorbereitung der Reise tatkräftig unterstützt.

Edgar und seine Söhne haben auf ihren Namen die Motorräder gekauft, zugelassen, versichert und den notwendigen Papierkram erledigt.

Sie haben uns auch ein anwaltlich beglaubigtes Schreiben besorgt, in dem uns bestätigt wird, dass wir mit den Motorrädern durch Südamerika reisen dürfen, obwohl wir nicht die Eigentümer sind. Besonders letzteres ist beim Grenzübertritt wichtig.

In der Shopping Mall Chipichape gibt es ein ausgezeichnetes brasilianisches Restaurant , das vor allem auf Fleisch spezialisiert ist.

Rodizio serviert die verschiedensten Fleischsorten in bester Qualität vom Spieß. Die Beilagen sind auch nicht ganz ohne.

Als ein kleines Dankeschön haben wir die ganze Familie zum Essen eingeladen.

Nach stundenlangem Gelage noch ein wenig Schlendern durch die Mall – unsere Shopping-Queen hat noch einmal zugeschlagen😊 – und dann Back Home zur Finca.

Hängematte und Entspannen!

Fotos hier.

76. Reisetag – Cali

20.042024

Besuch bei einer deutschen Entwicklungshelferin

Heute hat es geklappt! Wir konnten einen Termin zum Frühstück mit Claudia vereinbaren.

Claudia ist eine deutsche Entwicklungshelferin, die seit 36 Jahren in Kolumbien lebt. Sie kam gestern aus Bogota zurück und hat deutsche Wurst und deutsches Brot mitgebracht!

Vor lauter Aufregung ob der lange unterdrückten Gelüste – und auch wegen der anregenden Gespräche – haben wir komplett vergessen, den überreich gedeckten Frühstückstisch zu fotografieren.

Deutsches Brot: gibt es ein Land das mehr Brotsorten kennt als Deutschland? Jedenfalls bei dem Brot, das wir hier bekommen können und das meist „labberig“ und süß ist, vermissen wir ein gutes Sauerteigbrot mit dunkler Kruste, oder ein Vollkornbrot.

Ein Hoch auf die deutschen Bäcker!!!