Resümee – Sicherheit

28.04.2024

Im Vorfeld einer Reise nach Südamerika steht natürlich das Thema Sicherheit ganz oben auf der Liste der Fragen.

Wir alle haben furchtbare Bilder von Gewalt, Bandenkriegen, Entführungen, Drogenmafia, Korruption und Behördenwillkür im Kopf. Wir lesen und hören in unserer Presse fast wöchentlich darüber. Auch wer sich die entsprechenden Seiten des AA ansieht, oder die App „Sicher Reisen“ des AA lädt, kann mehr als ein mulmiges Gefühl bekommen.

Und ja, vieles von dem stimmt, ist oft (leider) Alltag.

Und nein, wir haben nichts von alledem erlebt!!!

Das hat sicherlich auch mit unserem Verhalten zu tun, aber vor allem auch mit der Art unserer Fortbewegung. Motorräder mit kolumbianischen Kennzeichen und natürlich erkennt niemand in uns einen Gringo 😁😁😁, wobei – wir sind keine Gringos, wir sind Alemanes.

Polizei und Militär haben uns fast immer einfach durchgewunken und wenn nicht, dann wurden wir aus Neugierde gestoppt, die Motorräder bewundert und spätestens wenn wir als Herkunft Alemania nannten, überzog ein dickes Grinsen die Gesichter. Easy going.

Wir haben immer darauf geachtet, dass die Motorräder nachts sicher untergebracht waren, das ging ausnahmslos ohne Probleme. Gelegentlich wurden Flure freigeräumt oder wir konnten in die Hotellobby fahren. Easy going.

Wir sind bis auf zwei Ausnahmen grundsätzlich nicht bei Dunkelheit gefahren.

Hinzu kommt sicherlich, dass wir zu dritt unterwegs waren, deutlich aufgetreten sind und keine riesigen Sprachbarrieren hatten.

Auf manchen Strecken haben wir uns vorab nach der Sicherheitslage erkundigt und sind nicht von der Hauptroute abgewichen.

Und ja, wir haben bestimmte Gebiete gemieden, teils weil sie einfach nicht zu unserer Route passten, teils weil sie aktuell zu gefährlich sind. In Ecuador z.B. die Küste um Guayaquil, in Kolumbien die Provinz Nariño abseits der Panamericana.

Und ja, wir konnten ein UNESCO-Weltkulturerbe, San Agustín, wegen der aktuellen Sicherheitslage nicht besuchen.

Also: Sicherheit ist immer ein Thema. Sicherheit war kein Thema.

Sicherheitshinweise des AA

App des AA

Latina-Press – eine sehr informative Seite zu Südamerika

37 Reisetag Puno – Pazifik

13.03.2024

Fotos hier

Gefahrene Strecke ca. 440 km

Puno – Pazifik

Der Track oben ist nicht ganz korrekt. Wegen des Regens hatte ich die Stromzufuhr ausgestellt und vergessen, sie wieder einzuschalten.

Tatsächlich sind wir in Ilo am Pazifik.

https://maps.app.goo.gl/CiF7KpBpeSaWYSYR7

Die Fotos des heutigen Tages hier:

https://albrecht0852.quickconnect.to/mo/sharing/dJ2VyCMhq

Heute wollten wir den Titicacasee verlassen und runter in Richtung Pazifikküste fahren. Verschiedene Routen standen zur Auswahl, schließlich entschieden wir uns für einen Vorschlag unseres außerordentlich freundlichen und hilfsbereiten Gastgebers in Puno.

Eine Strecke, die uns sehr abwechslungsreich und zum Schluss über eine Schotterpiste zwischen zwei Vulkanen hindurch zu einem kleinen Dorf führen sollte, in dem für uns Unterkünfte bereitstanden.

Unsere geplante Route

Kurz nachdem wir die erste Passhöhe bei 4.800 Meter erreicht hatten, begann es stark zu hageln. Wir konnten uns glücklicherweise so gerade eben noch unter einen schmalen Dachüberstand retten und die Regenkleidung rausholen. Die schneebedeckten Höhen in unserer Richtung verschwanden zusehends in dunklen Wolkenbänken…

Auf dieser Höhe, mitten im Nichts, lebt eine junge Frau mit drei Kindern, die uns von unserer geplanten Route erzählte, 1 Stunde Schotter.

Bislang waren wir ab Puno auf teils sehr gut ausgebauten Straßen unterwegs, die so allmählich von bestem Asphalt, unterbrochen von kurzen Schotterstrecken in reinen Schotter übergegangen waren. Vor allem im Gebiet der großartigen Felsnadeln war die Straße etwas ruppig aber gut zu fahren.

Als wir schließlich an unserem Abzweig zu der Vulkanbergstrecke ankamen und ins unheilvolle Regenwolkendunkel (Schnee?) sahen, entschieden wir kurzerhand das Wagnis nicht einzugehen und auf der guten Asphaltstraße weiterzufahren.

Da braut sich was zusammen…

Allerdings wurde das Wetter dort auch nicht besser. Jedesmal wenn es am Horizont heller wurde, hofften wir , dass es jetzt endlich runter Richtung Pazifik geht. Aber Fehlanzeige. Stattdessen ging es rauf auf 4.900 Meter Höhe.

Inzwischen wurde es zum Regen auch empfindlich kühl, 7 Grad.

Die schneebedeckte Sierra

Schließlich, kurz vor der letzten Anhöhe, setzte wieder massiver Hagel ein, der die Straße in glitschiges Weiß verwandelte. Wir konnten uns glücklicherweise wieder mal in einen Unterstand retten. Ein aufgegebenes Restaurant, eine wahre Müllhalde. Ein vorbeikommender Autofahrer berichtete, auf der anderen Seite sei die Straße trocken.

Abwarten, schließlich vorsichtig weiter und siehe da: trocken!

Wir hatten buchstäblich die Wetterscheide erreicht!

Von jetzt an ging es in rasanten Kurven (traumhaft) abwärts. An einer Tanke kurz beratschlagen, App zu Rate ziehen, auf zum Pazifik, geschätzte Ankunft 19h, im Dunkeln, egal, weiter. Gebucht, vorbei an der Kupferbergbau-Hauptstadt Perus, rein in die Küstenwüste (wärmer als auf 4.900 Meter!) , Sonnenuntergang, Pazifik, Appartement, Essen!

In der Küstenwüste angekommen

Vom Titicacasee bis zum Pazifik, 440 Kilometer, schneebedeckte Berge, kahle Hochebenen, Lagunen, Lamas, Pazifik. Tolle Strecke!