Damit ihr eine Vorstellung von unserem heutigen Tag habt, hier die Rahmendaten:
Start in Paracas: 8:30 Uhr
Ankunft in Nazca: 18:00 Uhr
Dazwischen ca. 30 Kilometer übelster Rüttelpiste mit kleineren Sandverwehungen.
Schräg fahren am Schotterhang
Piste suchen zwischen Schotter und Sand
Durch Sanddünen schieben, Gepäck runter, Gepäck rauf
42 Grad angenehmer Hitze
Wind, usw.
Aber der Reihe nach:
Der heutige Tag bot Highlights für mindestens 1 Woche. Bereits kurz nach dem Start sahen wir dieses hier…
Flamingos auf der Halbinsel Paracas…in der Nähe eines Salzsees, Highlight 1
In einer großartigen Landschaft, Salzseen und plötzlich Flamingos!!
Wüstenlandschaft mit Seen, Highlight 2
Wir konnten uns nicht sattsehen an dieser atemberaubend schönen Landschaft, kleine Buchten, mit Pazifikbrechern, Geiern am Strand, steil aufragende Sanddünen, Schutt- und Geröllberge und wir mitten dazwischen, immer auf der Suche nach der richtigen Piste.
KüstenwüsteGeier
Dann die erste Schikane: ein Steilabhang, wir mussten runter, sehr schwierig zu fahren, erst langsam schräg am Hang tiefer tasten und dann mit Mut senkrecht runter….
Kippen gilt nicht und wenn, dann nur in Richtung Hang, bloß kein Überschlag – Angst fressen Seele auf…
Alles ist gut gegangen – vor allem natürlich wegen unseres fahrerischen Könnens 😁🙃🙃 – kein Sturz, kein Abrutschen.
Unten angekommen, erst einmal die letzte Flasche Wasser leeren, die anderen hatten sich schon auf der Piste verabschiedet.
Ganz oben ein todesmutiger Fahrer, da ging’s runter
Glaubt mir, das war wirklich steil!!! Das mindestens schon dritte Highlight!!!
Unten angekommen war klar, umkehren geht ab jetzt nicht mehr. Erstmal schauen, wo es weitergeht. Kurzes Beratschlagen, ok, da rauf und zweite irgendwie rechts….
Hat dann auch noch geklappt.
Dann mindestens Schikane 3. Wir waren schon froh von der grandiosen Küste links abbiegen zu können und rein ins Landesinnere in Richtung Panamericana. Das ging dann vielleicht 800 Meter gut, Piste, halbwegs fester Untergrund, aber dann: Sanddüne über der Straße. Etwas vorbeimogeln ging ein wenig aber festwühlen im Sand, Gepäck runter, schieben, 42 Grad Unterstützung!!!
FestgewühltNix geht mehr
Kurz danach: Schikane 4.
Schon wieder eine Sanddüne über der Piste….wenn das so weitergeht, dann kommen wir ja nie an…😱
Dank des Übungsgewinns von Schikane 3 haben wir diese Düne (fast) locker weggesteckt 😁😁
Aber jetzt, endlich, Schikane 4: locker 30 Kilometer übelste Rüttelpiste, so wie man sich das vorstellt, Wellblechcharakter mit Sandeinlage. Die armen Moppeds, mit 60 km/h drüberfliegen ging nicht ständig, die Dinger wurden heftigst durchgerüttelt.
Die Panamericana führt mitten durch die Linien von Nazca.
Ca. 25 Kilometer vor Nazca, von Norden kommend, kann man einen Aussichtsturm besteigen und sieht dann bereits einige der Linien und Figuren, die dort in den Sand geritzt wurden.
Die beiden sind jetzt gut zu Wasser gelassen. Hier in Paracas ist ziemlicher touristischer Trubel, die Wartezeit um aufs Boot zu kommen, hält sich dennoch in Grenzen.
Ich selbst habe die Tour schon zwei mal erlebt, ein drittes Mal ist heute nicht notwendig.
Auf der Mole…am Strand
Und jetzt einige Highlights vom Bootsausflug:
Das spätestens seit Däniken bekannte Landezeichen der Außerirdischen….Der Kandelaber
Heute Vormittag konnten wir unsere Motorräder nach der Inspektion abholen.
Sie waren kaum wiederzuerkennen: gewaschen, gewienert, geputzt. Neuwertig!!
Jede einzelne Maschine wurde uns detailliert vorgeführt, jeder Schalter betätigt, jedes Detail der durchgeführten Arbeiten erklärt.
Florian war ob der absolut professionellen Übergabe ganz aus dem Häuschen!
Der Werkstattmeister Omar… neuwertig
Anschließend zurück zum Appartement, aufsatteln und los in Richtung Paracas.
Inzwischen hatte sich die morgendliche Wolkendecke wieder verzogen und die Hitze machte uns sofort wieder zu schaffen. Ohne Bewegung Schweißausbrüche; das legte sich erst wieder, als wir schließlich, nach dem wie üblich dichten Stadtverkehr, wieder auf der Panamericana unterwegs waren.
Die Strecke führt durch die Küstenwüste am Pazifik entlang. Unter „Wüste“ dürft ihr euch hier aber nicht das Bild von Sandbergen und Dünen vorstellen, ja, auch das gibt es, aber vor allem Geröll, kahle, steinige Hügel. Dort wo bewässert wird, werden alle möglichen Feldfrüchte angebaut. Und dann gibt es noch eins: endlose Reihen von Hühner-KZ. Unter Planendächern in der Wüste in einer Art Maschendrahtkäfigen werden Abertausende Hühner gehalten. Ja liebe Hühnerfleischesser, zumindest vorläufig werde ich darauf verzichten. Gruselig ….
Und dann reihen sich in jeder Bucht riesige geplante, in Bau befindliche und teilweise halb fertiggestellte Wohnanlagen aneinander. Meist Einzelhäuser, freistehend, manchmal mit Pool.
Sieht eher trostlos aus…..
Sonnenuntergang in Paracas
Seit dem eher dürftigen Frühstück hatten wir heute nichts gegessen; etwas Cola und einige Kekse, deshalb jetzt …
In den Tagen zuvor hatten wir bereits mit der Royal Enfield Niederlassung in Lima via WhatsApp Kontakt aufgenommen und versucht, das Procedere der Inspektion zu klären.
Immerhin tauchen da plötzlich drei Maschinen gleichzeitig auf, etwas schmuddelig, aber natürlich außergewöhnlich – aus Kolumbien, obendrauf drei jugendliche Deutsche, na gut nicht mehr so ganz taufrische, dafür aus Hamburg; ja beim HSV gab es einen peruanischen Spieler…
AquasportAprilia, Vespa, Royal Enfield und andereSorgfältige Aufnahme der Daten
Absolut professionelle Anamnese. Es gab erstmal einen guten Kaffee aus einer Kaffee-Maschine, die Daten der Moppeds und der Zustand wurden sehr sorgfältig erfasst, bevor sie in einen Fahrstuhl gerollt wurden, der sie dann runter in den „Reinraum“ brachte.
Mit dem Stadtbus ca. 1 Stunde Fahrt bis in die Nähe der Plaza Mayor, Plaza de Armas.
Plaza MayorTeils wunderschöne FassadenKathedraleSchöne StuckfassadenDas Pizarro-Standbild. Vom ursprünglichen Standort auf der Plaza de Armas inzwischen verbannt in einen Park am Rande der Altstadt.
Übrigens: das Pendant zur Statue in Lima steht im Geburtsort von Pizarro in Trujillo.
Pizarro in Trujillo, ExtremaduraIn der Kathedrale, Ankunft der Spanier in TumbesGrabmal Pizarro – Dios lo tenga en su gloriaKathedrale Hauptaltar der Kathedrale
Mit dem Bus ins Zentrum sind es ungefähr 60 Minuten. Also auf zur Bushaltestelle nicht weit von unserem Appartement entfernt. Um mit dem Bus zu fahren, benötigt man eine aufladbare Karte. Wo kaufen? Egal, erst mal rein in den Bus….auf unsere unbeholfene Nachfrage an den Fahrer, wurden wir geholfen…
Zwei Damen, die direkt hinter dem Fahrer saßen, stürzten sich sofort mit großartiger Begeisterung auf uns, hielten ihre Karte an das elektronische Drehkreuz und drin waren wir, erstmal….
Wir gaben ihnen natürlich sofort das Geld 2,50 Soles pro Person, 0,60 Euro. Aber jetzt ging es erst los mit der Hilfsbereitschaft, eine dritte zauberte irgendwie eine Plastikkarte hervor, die jetzt natürlich aufgeladen werden musste. Wo das?
Die erste Helferin dirigierte inzwischen den Busfahrer auf die richtige Strecke, er war offensichtlich neu auf der Linie und suchte gerade telefonisch Hilfe…
Inzwischen fand ein reger Austausch unter den Helferinnen statt, wo denn am besten „unsere“ Karte aufgeladen werden könnte…auch das wurde gelöst, der Fahrer angewiesen irgendwo zu halten, eine „Kartenaufladerin“ herbeigerufen, unsere Karte aufgeladen und weiter ging’s.
An der Zielhaltestelle angekommen, erklärten uns andere Fahrgäste wo und wie wir zur Plaza gehen sollten und wir wurden entlassen….
Eine absolut überwältigende Hilfsbereitschaft!!! Danke Peru!!! 😊
Nach einem wunderbaren, sehr umfangreichen Frühstück, durch unsere reizende Gastgeberin in Ihrem Wohnzimmer serviert, starteten wir auf der Panamericana gen Lima.
Wir wollten heute auf jeden Fall noch vor 14 Uhr beim Royal Enfield Shop im Stadtteil San Isidro eintreffen, um dort eine Absprache zwecks unserer 5.000 Kilometer-Inspektion am Montag zu treffen.
I’m Shop gab es erst mal – seit langem wieder – ganz ausgezeichneten Espresso und Cappuccino aus einer klassischen Kaffeemaschine.
Die Fahrt auf der Panamericana verlief ohne besondere Vorkommnisse, wenn man davon absieht, dass es eine deprimierende Erfahrung ist, irgendwo an der Straße, inmitten von Wüste, Sand, kleine Kinder spielen zu sehen, deren zu Hause aus mühsam zusammengestückelten Stroh- oder Bambuswänden besteht, einige kleine Palmen und wenige Büsche drumherum. In the middle of nowhere….
…buchstäblich im Nichts!
Je mehr wir uns Lima – und vor allem der vorgelagerten Hafenstadt Callao näherten – desto größer wurden die in die Wüste und an die Hügel geklatschten trostlosen, grauen, sandartigen, staubigen Siedlungen.
Die Fahrt durch Callao rein nach Lima verlief dann wider Erwarten ohne größere Probleme. Wir sind vermutlich schon etwas abgehärtet was das sich Bewegen im dichten Stadtverkehr anbelangt….
Dann bei RE vorbei und abends in unser riesiges Appartement im noblen Stadtteil Miraflores. 3 Nächte, 3 Zimmer, zwei Duschen, Waschmaschine, 6. Stock, Fahrstuhl, etc. 199,39 € für 3 Personen – entspricht 22€/pro Nacht/pro Mann. Die Motorräder stehen, gegen kleines Entgelt in Dollar an den Condominio-Wachmann, sicher in der Tiefgarage.
Abends dann schlendern entlang der Promenade am Pazifik mit traumhaftem Sonnenuntergang, Crepes mit Erdbeeren, Banane und Nutella, dazu frisch gepresster Orangensaft. Köstlich!!!
Huaraz – BarrancaFrühstück auf dem Markt in HuarazMotoTaxisCordillera BlancaSchwertransportBarranca – Pazifikküste
Von Huaraz ging es heute in einem Tal langsam aufwärts bis auf eine Höhe von etwas über 4.000 Meter, dann öffnete sich das Tal zu einer weiten Hochebene mit großartige n Blicken auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca.
Je länger wir auf dieser Ebene fuhren desto kälter wurde es uns. Heute waren wir das erste Mal durchgefroren, das hielt auch noch an, bis wir nach einer rasanten Abfahrt auf ca. 2.800 Metern angekommen waren.
4.059 Meter Höhe
Die Fahrt durch ein enges Tal abwärts wurde durch diverse Baustellen unterbrochen. An einer Stelle hatte es einen gewaltigen Bergrutsch gegeben – wir könnten sehen, dass ein riesiger Felsen beim Abgang ein Haus zerstört hatte. Glücklicherweise konnten wir mit den Motorrädern uns an der langen Schlange vorbei an die Spitze setzen. Wartende erzählten un, dass sie dort bereits seit 2 Stunden standen.
Die Vegetation änderte sich von der kargen Hochebene, Milchviehwirtschaft, zu Bananen, Zuckerrohr, Mais und anderen Produkten je tiefer wir kamen. Innerhalb weniger Stunden von Gletschern zum Pazifik – beeindruckend!
Endlich wurde es auch wärmer, lange Unterhosen, warme Kleidung aus, Lüftungsklappen auf und wieder aufs Schwitzen einstellen und weiter.
Abendessen mit Blick auf die untergehende Sonne am Pazifik-Strand!!!
Ein Wort zu unseren Unterkünften:
Wir buchen bislang meist einen Tag im Voraus, entweder über ein Buchungsportal oder, falls nicht möglich, rechieren über Maps, Telefonnummer und Namen heraussuchen und dann via WhatsApp.
Klappt hervorragend. Wir waren mit jeder Unterkunft zufrieden, meist sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeber; hier in Barranca z.B. wurden wir gleich mit einer riesigen Trinkwasserflasche und Eis empfangen, bewachte Garage für die Motorräder direkt gegenüber. Wo das Parken an der Unterkunft nicht möglich ist, findet sich immer eine sichere Garage o.ä. in der Nähe.
Die Motorräder 🏍️ laufen ausgezeichnet!! Sehr niedriger Verbrauch – ca. 3 ltr/100km – gute Sitzposition, gutes Fahrwerk, super Fahrverhalten auf schlechtem Untergrund.
Bislang 3.000 Kilometer Strecke seit Abfahrt in Cali.
Heute Vormittag besuchten wir zunächst die Ruinen von Chavin de Huantar; beeindruckend, was dort vor ca. 2.500 Jahren errichtet wurde. Es gibt dort etliche labyrintartige Gänge, in die man hinabsteigen kann; und inmitten der unterirdischen Anlagen dann das Heiligtum. Eine dolchartige Figur.
Der IdoloIdoloUnterirdische Gänge LabyrinthBlick auf einen Teil der Anlage
Im Anschluss an die Ruinen fuhren wir mit einem Moto-Taxi zum Museum von Chavin. Großartige Exponate!
MotoTaxi
Anschließend auf einer guten Straße über einen Pass nach Huaraz. Im Vergleich zu gestern eine geradezu erholsame Motorradfahrt, mit phantastischen Szenerien.
Kommt hier häufiger vor.Der Tunnel auf der Passhöhe Passhöhe Cordillera Blanca
Der heutige Tag war der bislang anstrengendste unserer Reise. Anfangs noch etwas Asphalt, kurvenreich durch eine liebliche Landschaft mit grandiosen Ausblicken auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca, ging es anschließend nur noch auf Schotter aufwärts um zum Schluss auf einer Schikanen-Piste zum Ziel zu führen.
…so sehen Helden aus!
Die Schikane bestand aus zahlreichen, hinterhältigen und in Peru sehr beliebten Bodenschwellen. Manchmal sind diese Dinger kaum sichtbar und entfalten ihre volle Tücke erst dann, wenn man schon knapp aufgesetzt hat. Nieder mit den Bodenschwellen!!!!
Royal Enfield HimalayanAuf 4.000 Meter Höhe KohleabbauPasshöhe Cordillera Blanca …etwas platt!