73. Reisetag Irgendwo vor Popayán – Popayán

17.04.2024

Gefahrene Strecke ca. 160 Kilometer

Morgen werden wir Cali erreichen
El Remolino – Popayán

Unsere Reise nähert sich ihrem Ende. Morgen werden wir zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren – Cali. Dann werden wir insgesamt ca. 11.000 Kilometer Südamerika hinter uns haben.

Der heutige Tag war zum Abschluss noch einmal ein Highlight aus Motorradfahrer-Sicht. Viele Kurven, immer rauf und runter, eine fantastische Landschaft, bedeckter Himmel, nicht zu heiß, blühende Büsche und Bäume (vielleicht Rotdorn?) am Wegesrand, teilweise bildeten die Bäume einen Tunnel durch den wir fuhren. Wirklich großartig!!!

Natürlich einige Kenworth-LKW auf der Straße, genau richtig, um bergauf vor der Kurve daran vorbeizuziehen. Unsere Motorräder sind ja inzwischen gut eingefahren und können sogar „Dampf aufmachen“. (In überschaubarem Rahmen selbstverständlich).

Moppeds und Kleidung werden demnächst eine Grundreinigung erhalten!

Die Royal Enfield Himalayan ist für Südamerika genau das richtige Motorrad. Der Langhuber tuckert zuverlässig vor sich hin, zieht von unten heraus gut nach oben, das Fahrwerk schluckt alles, verzeiht alles, hält die Spur. Sparsam und ohne Mucken. Tolles Motorrad 🏍️!!!

Kathedrale am Parque Caldas

Gebäude in Popayán

Möge die Freiheit des Windes uns das Durchhalten lehren!

Graffiti am Verwaltungssitz in Popayán.

Fotos hier.

72. Reisetag Pasto – Irgendwo vor Popayán

16.04.2024

Gefahrene Strecke ca. 120 Kilometer

So sieht er aus der Übeltäter

Kaum waren wir aus Pasto raus und auf der Panamericana, da erwischte es Florian. Plattfuss, hinten natürlich. Gibt’s eigentlich auch Plattfuß vorne???

Links ran, aufbocken, Gepäck runter, Lage peilen.

Kurzer Versuch mit dem Kompressor Luft reinzupumpen. Aussichtslos.

Also habe ich die beiden am Straßenrand zurückgelassen und mich in Pasto auf die Suche nach einer Werkstatt gemacht. Wurde schließlich fündig.

Auf dem Weg in die Werkstatt

Nach knapp 2 Stunden war alles erledigt und wir konnten uns auf die Strecke machen.

Der Zeitverlust war nicht wirklich schlimm, da wir ohnehin nur eine kurze Etappe geplant hatten.

Kraftnahrung

Die Straße ab Pasto führt an Berghängen entlang, rechts geht es steil in tiefe Schluchten runter. Tolle Strecke durch atemberaubende Berglandschaft. Kurven und LKWs.

Was wir falsch eingeschätzt hatten war das Klima. Wir hatten uns auf eine kühlere Bergstrecke eingestellt, also lange Unterhosen usw. Stattdessen wurde es immer heißer. Es war als ob man in einen heißen Backofen reinfahren würde. Schwer erträglich, da auch kein Wind etwas frische Luft brachte.

Wir haben schließlich eine gute Unterkunft mit Klimaanlage gefunden.

Heute Abend auf der Terrasse ein kleines Sandwich und Lulo. Erfrischend!!!

Fotos hier.

71. Reisetag Ipiales – Pasto

15.04.2024

Gefahrene Strecke ca. 90 Kilometer

Ipiales – Pasto

Heute haben wir uns zu einer relativ kurzen Etappe entschieden, die zudem größtenteils über eine phantastisch gut ausgebaute mehrspurige Schnellstraße führte.

Wir haben Informationen erhalten, dass es aktuell hier in den Regionen Nariño und Cauca zu Problemen zwischen der Staatsmacht und regionalen Guerilla- und Drogenbanden, die scheinbar oft deckungsgleich sind, mit Anschlägen auch entlang der Panamericana kommt.

Hinzu kommt, dass aktuell in einem Abschnitt vor Popayán, unserem eigentlich nächsten Ziel,  die Bewohner einiger Gemeinden die Straße aus Protest gesperrt haben. Sie protestieren damit gegen offensichtlich mangelnde oder gar nicht erfolgte Unterstützung durch den Staat nach Erdrutschen im letzten Jahr.

Inzwischen scheint die Sperrung wieder aufgehoben zu sein.

Da wir unter keinen Umständen nach Einbruch der Dämmerung auf der Panamericana unterwegs sein wollen, haben wir uns entschlossen den morgigen Abschnitt Pasto-Popayan, knapp 300 Kilometer, zu verlangsamen. Wir werden voraussichtlich nach gut 100 Kilometern Schluss machen und so für diese Strecke zwei Tage, statt nur einem Tag, benötigen. Wir werden also garantiert bei Tageslicht unterwegs sein.

Pasto

Da wir heute schon frühzeitig in Pasto eintrafen und unsere Zimmer beziehen und die Motorräder in einer Tiefgarage Unterstellen konnten, blieb uns Zeit durch Pasto zu bummeln

Außerdem mussten wir unsere kolumbianischen Sim-Karten wieder aktivieren und aufladen. Dieser hier sehr bürokratische Vorgang, erfordert erfahrungsgemäß viel Zeit und bei gelegentlich nicht ganz so kompetenten Mitarbeitern kann das eine starke Geduldsprobe werden.

Straßenszene in Pasto

Blick vom Hotel-Dach

Quirlige Stadt mit vielen Geschäften und Straßenständen.

Jesuitenkirche

1942 eingeweiht

Fotos hier.

70. Reisetag Quito – Ipiales

14.04.2024

Gefahrene Strecke ca. 320 Kilometer

Quito – Ipiales

Heute stand mal wieder ein Grenzübergang an. Wir hatten uns seelisch schon auf eine längere Wartezeit eingestellt – und dann so was: knapp 25 Minuten und wir waren mit allem durch!!!

Zwei Grenzabfertigungen, die ecuadorianische und die kolumbianische – nur 25 Minuten!!!

Unfassbar!!!

Raus aus Quito ging sehr schnell; auf einer teils 4-Spurigen Straße, etwas oberhalb am Rand der Stadt mit wenig Verkehr.

Das erste Ziel war „La Mitad del Mundo“ – die Mitte der Welt.

Genauer gesagt die Äquatorlinie.

Ansonsten hatten wir uns heute in Erwartung des Anstiegs auf über 3.000 Meter auf Kälte eingestellt, also die schicken langen Unterhosen angezogen. Nach einiger Zeit unterwegs verwandelten wir uns aber in mobile Saunakammern…..also wieder raus aus den Höschen.

Der Rest der Fahrt verlief ziemlich unspektakulär. Je höher wir kamen, desto eher hatten wir den Eindruck durch eine Mittelgebirgslandschaft zu fahren. Viele Wiesen, Milchvieh, Wald, leicht geschwungene Landschaft, fast lieblich.

Und zum Schluss die Krönung:

Für die Aus- und Einreise benötigten wir nur 25 Minuten!!!

Na gut, die kolumbianischen Motorräder mit kolumbianischen Kennzeichen kehren nach Hause zurück. Aber es wurden noch nicht einmal die Besitzurkunden verlangt!

…schon fast enttäuschend, wo wir uns doch so mit Gelassenheit gewappnet hatten.

Fotos hier.

3. Reisetag Pasto – Ipiales

Fotos hier

Gefahrene Strecke heute ca. 130 Kilometer

Kurz hinter Pasto haben wir das erste Mal 3.200 m Höhe erreicht.

Heute haben wir nur eine kurze Strecke zurückgelegt und das auf einer Art Autobahn, wie wir sie in Deutschland noch nicht gesehen haben. Phantastische Streckenführung, kaum Autos, großartig ausgebaut, niegelnagelneu! Alles vom Allerfeinsten.

Unsere Moppeds haben mit ihren 24,5 PS mächtig zu tun gehabt…es ging stetig aufwärts bis 3.200 Meter Höhe.

Kurz vor Ipiales unternahmen wir einen kleinen Abstecher zu einer Wallfahrtskirche, die wir dann allerdings nur von Ferne betrachtet haben. Wir waren uns einig, dass ein längerer Fußmarsch abwärts in Motorradkleidung heute nicht nach unserem Geschmack war.

Santuario de Nuestra Señora del Rosario de Las Lajas

Wir versuchten heute Nachmittag bereits die Einreiseformalitäten nach Ecuador zu erledigen, gelang uns allerdings nicht, da wir zunächst einen Ausreisestempel aus Kolumbien hätten vorweisen müssen. Da wir dort aber übernachten, werden wir die Prozedur dann eben morgen erst angehen.

Unter ihren Augen und vor dem Gebiss eines Pittbull werden unsere Motorräder heute Nacht gut bewacht sein.

1. Reisetag Cali – Popayan

04.02.2024

Start heute Morgen bei Kilometerstand 700 im Regen! Also erst einmal die Regenklamotten rausholen, sich einpellen und dann los!

Bei Regen hier mit dem Motorrad unterwegs zu sein ist wirklich keine Freude, die Straßen sind dann erst Recht glitschig, hin und wieder liegt auch etwas Steinschlag auf der Straße und anderes, das dort nicht hingehört.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei einer ehemaligen Lehrerin an der Deutschen Schule Cali, ging es dann von Jamundi in Richtung Popayan. Die Fahrt verlief problemlos, wenn man davon absieht, dass das Regenwetter gut 1 1/2 Stunden vor Popayan sich steigerte: heftiger Regenfall mit Gewitter!!

Jetzt sind wir hier in einem sehr kolonialen Hotel mit Patio, guten Betten und Dusche (!) untergekommen.

Erstmal duschen und etwas Schlafen. Mich hat ein starker Schnupfen erwischt…..

Gefahrene Strecke heute: ca. 170 Kilometer.

Iglesia de San José

https://goo.gl/maps/MJPVBgyfFigHhk3ZA

Eine Straße im kolonialen Viertel von Popayan
Unsere Reiseroute Tag 1

Museo de la Caña Providencia Parque Ecológíco

https://goo.gl/maps/CTwN2nhVkZQK4DFq7

Besuch auf einer typischen, kolonialen Zuckerrohr-Plantage. Ursprünglich mal von einer aus Andalusien stammenden Familie gegründet, heute im Besitz einer größeren Gesellschaft.

Auf dem Gelände der Hazienda gibt es sogar eine kleine Stierkampfarena. Muy colonial.

Wunderbar angelegtes Gelände; überall kleine Wasserläufe, viele Blumen, tropische Pflanzen aller Art. Weit vorgezogene, überdachte Veranden wo die Luft Erfrischung bietet.

Mit dem Aufkommen der Dampfmaschine und der Mechanisierung veränderten sich auch hier die Produktionsmethoden.
Empandas y jugo de Caña

Der frisch gepresste Zuckerrohr-Saft – ohne irgendwelche Zusätze – schmeckt ganz ausgezeichnet und ist herrlich erfrischend, vor allem wenn man frischen Limonensaft hinzufügt.

Eine kleine Hauskapelle ist natürlich ebenfalls vorhanden.
Empanadas

Fotos hier.

Anschließend besuchten wir noch eine ökologisch arbeitende Kaffeeplantage mit einer wunderbaren Aussicht.

Ein malerischer Blick von einer Kaffeeplantage mit einem weißen Tisch und Stühlen inmitten üppigen Grüns und fernen Bergen.
Ökologischer Kaffee von Madre Tierra – Gourmet-Café mit internationalen Qualitäts- und Nachhaltigkeitszertifikaten.

Luftverschmutzung durch Straßenverkehr in Cali

Gedanken zur Luftverschmutzung

Da ich aktuell in und um Cali viel mit dem Motorrad unterwegs bin, sammele ich sozusagen mit erster Nase tiefe Eindrücke in Bezug auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr.

Es gibt mehrere Hauptverursacher für die schlechte Luft:

  1. Die Zweitakt-Mopeds, eine wahre Pest. Hinterherzufahren – und das läßt sich nicht vermeiden – ist eine absolute Qual. Nicht wie bei den Trabbis die hinterherwehende blaue Fahne, aber einfach ein schrecklicher Gestank.
  2. Die Collectivos – das sind die Sammeltaxis, Pickups mit Aufbau für den Personentransport. Die fahren regelmäßig bestimmte Strecken und wenn sie am Startpunkt voll mit Personen sind, dann geht´s los. Sammeln unterwegs an jeder beliebigen Stelle Reisende auf. Diese Fahrzeuge haben vermutlich ein biblisches Alter, jedenfalls – vor allem wenn es bergauf geht – ziehen diese Dinger eine gewaltige, schwarze Fahne hinter sich her.
  3. Getoppt werden die Collectivos dann nur noch durch die Busse, zumindest die kleineren, meist auch sehr alten Busse. Man erkennt sie schon von weitem an der sehr dunklen Rauchfahne.
  4. Die Krönung – das sind die LKW. Bergauf, sehr langsam, meist gut beladen, mit einer wahren Nebelwand hinter sich. Oft ist der Qualm so dicht, dass auch das Überholen bergauf gewagt sein kann!!! Ebenfall aus einem Museum stammend….

Mich überkommt hier immer der Gedanke, ob wir als Bundesrepublik nicht sofort einen größeren Effekt für die weltweite Luftverbesserung und dann auch noch unter Einsatz vermutlich geringerer Mittel erreichen könnten, wenn wir hier, statt bei uns mit extrem hohen Mitteleinsatz um die dritte Stelle hinterm Komma noch zu verbessern, sofort jedem Zweitaktfahrer in Cali ein Viertaktfahrzeug schenken, natürlich aus deutscher Produktion, mit entsprechender Ausbildung zum Zweiradmechanikermeister…. Der Gewinn für die Umwelt wäre sofort wahrnehmbar – vermutlich würden wir hier sofort einen höheren Effekt mit geringeren Mitteln erzielen.
Und dann die Dieselabgasreinigung!!! Aber da sind wir ja Meister….trotzdem, auch da ließe sich sicherlich sofort ein Gewinn für die Umwelt erzielen.
Das würde ich dann als „wertegeleitete Politik“ verkaufen.

Typischer LKW

In Cali unterwegs

Cali liegt im Südwesten Kolumbiens im Cauca-Tal, in dem vor allem Zuckerrohr angebaut wird.

Der Zugang zum Pazifik, zur Hafenstadt Buenaventura, wird durch die steile, zerklüftete Westkordillere begrenzt.

Cali hat ca. 2,5 Millionen Einwohner, allerdings ist die genaue Einwohnerzahl nicht wirklich bekannt. Es gibt in Kolumbien aus unterschiedlichsten Gründen eine sehr hohe Binnenmigration, Vertreibung, vor allem aus ländlichen Regionen in die Städte.

Die Siedlungen oder Stadtteile dieser Vertriebenen, hier „Invasiones“ genannt, sind überwiegend No-Go-Areas.

Der Straßenverkehr und vor allem die damit einhergehende Umweltverschmutzung ist heftig. Besonders krass sind Zweitakter, Busse und LKW. Letztere ziehen meist eine gigantische schwarze Rauchfahne hinter sich her. Wehe wenn man aufgrund des dichten Verkehrs nicht an ihnen vorbeikommt…

Ach ja – und all das bei brutaler Hitze!

Panorama von Cali im Cauca-Tal, umgeben von den Westkordillere-Bergen und wolkenverhangenem Himmel.

Motorradfahren hat etwas von GoCartfahren auf dem Jahrmarkt. Dichtgedrängt nebeneinander, vor die KFZ gewuselt, die Ampel zeigt noch nicht ganz grün und schon geht es los. Immer den Blick auf die Gullydeckel gerichtet, die können manchmal ziemliche Schlaglöcher sein, geht die Fahrt dann links oder rechts, auf jeden Fall mit rasanten Spurwechseln durch die Stadt.

Insgesamt klappt das sehr gut, mit permanenter Rundumsicht, viel Rücksichtnahme und nie darauf vertrauen, das der Vorherfahrende das Erwartbare tut; er könnte rechts blinken und links abbiegen….

Das Motorrad bietet hierbei Vorteile: man kommt schneller voran und bei einem Stau wuselt man sich so durch.

Ich habe kurz überlegt eine Atemschutzmaske zu tragen, aber angesichts der Hitze…

Blick von der Shopping Mall Chipichape
Blick auf das Hotel Spiwak in Cali, Kolumbien, umgeben von Geschäften und Restaurantterrassen.
Chipichape

Anreise

Start in Hamburg frühmorgens bei leichtem Schneetreiben, das auch gleich zu einer leichten Verspätung führte, da die Maschine noch enteist werden musste.

Gleich beim ersten Flug hatte ich einen bequemen Platz am Notausgang erwischt.

Aber es sollte noch besser kommen. Wir haben für unsere Flüge die Klasse Premium Economy gebucht, da es dort die Möglichkeit gibt, 2 Gepäckstücke á 23 kg mitzuführen. Helm, Motorradstiefel und Kombi füllen allein schon einen Koffer.

Die Lufthansa bietet jedoch Upgrades an, einmal zu einem festen Preis oder in einer Art Bieterverfahren. So kann man z.B. für die Business-Class in einer Spanne von 500 bis knapp 1.000 € bieten.

Als sparsamer Schwabe habe ich 505 € geboten, kam zum Zug und somit reiste ich von Frankfurt bis Cali via Bogota in der Business-Class.

Und ja, es hat sich gelohnt und war den Preis wert. Nicht nur, dass ich den Flug fast vollständig verschlafen habe – die Sitze können zu einer äußerst bequemen Liegefläche umgebaut werden – sondern bereits die Lounge in Frankfurt mit umfangreichem Speisenangebot und Sekt hatte es in sich.

Menu und Getränkeangebot

Und dann die Dusche; schnell noch einmal warm und kalt abschrecken, bevor es auf den Flug nach Bogota geht. Hervorragend.

Essen an Bord: ausgezeichnet!

In Bogota noch ein kurzer Aufenthalt, umsteigen und Ankunft in Cali gegen 6 Uhr deutscher Zeit, 24 Uhr in Cali.

In Kolumbien reisen Hunde selbstverständlich mit, auch im Flugzeug. Für dringende Hundegeschäfte gibt es auf dem Flughafen in Bogota eine Extra-Lounge.

Hunde-Lounge mit anregendem Feuerwehrpoller
…so macht man das!

Und an noch etwas wird gedacht

Lactation Suite