In Peru beginnt heute die Semana Santa, die Karwoche. Von Donnerstag bis Montag sind Ferien, zumindest für diejenigen, die sich freie Tage erlauben können.
Das scheinen in Lima und umzu nicht wenige zu sein. Bereits am frühen Morgen erschienen an „unserem“ Strand die ersten Urlauber, Surfer zumeist. Die Zufahrtstrasse wurde abgesperrt, die Parkplätze reserviert und der Ansturm begann.
Auf dem Weg nach Lima, auf der Panamericana, wurde der uns entgegenkommende Verkehr immer dichter, am Stadtrand Limas dann Stau.
Antizyklisch fuhren wir rein in die Stadt, ganz ohne Probleme.
Wir sind wieder in Miraflores untergekommen, in dem Appartement, das wir bereits auf unserer Fahrt nach Süden gebucht hatten. Im 5. Stock, im hinteren Teil einer bewachten Wohnanlage. Sehr ruhig, die Motorräder stehen sicher und die Waschmaschine läuft auf Hochtouren.
Badetag am Pazifik. Ein vielleicht typisch peruanischer Badeort – eine kleine Bucht mit etwas moderneren, besseren Häusern, Restaurants und sauberem Strand. Und ein anderer Teil, der nicht wirklich anziehend ist, mit dem üblichen Verfall, Unrat usw.
Unser Badestrand
Seit gestern Abend war bei uns der Strom ausgefallen; so wurden wir heute Zeuge, wie die Stromgesellschaft mit zwei großen LKW vorgefahren kam und mit ganz großem Kino inkl. kurzfristiger Straßenabsperrung (es gibt hier keinen Verkehr vor dem Haus) in Windeseile (aber wirklich) das Problem behob.
Unsere Unterkunft, Erdgeschoss plus 1. Etage
Ansonsten mussten wir uns den Wellen und dem Müßiggang hingeben….kleinere Sonnenbrände inklusive.
Hier wird Pisco Sour zubereitetIn der RestaurantküchePisco Sour
Kaum hatten wir Nazca auf der Panamericana verlassen, die hier leider mitten durch die Linien führt, erreichten wir das Museum von Maria Reiche, eine 1903 in Dresden geborene und 1998 in Lima verstorbene Forscherin, die viele Jahre ihres Lebens der Erforschung der Geoglyphen und der Linien von Nazca gewidmet hatte.
Leider ist das Museum inzwischen etwas verwahrlost, ihr Arbeitszimmer stinkt penetrant nach Katzenurin. Schade.
Einige Kilometer weiter stoppten wir bei den Geoglyphen von Palpa.
Scharrbild bei Palpa
Wenige Kilometer weiter in einem kleinen Dorf, das umgeben von fruchtbaren Feldern inmitten der Wüste liegt, eine schöne, leider durch ein Erdbeben zerstörte Jesuitenkirche.
Der Rest der Strecke war dann eintönig bei bis zu 40 Grad immer schnurgeradeaus durch die Wüste und zum Schluss vor Ica, durch elende Straßendörfer, inmitten von Weinfeldern (!).
Der hier angebaute Wein bildet die Grundlage für unser liebstes Vitamin-C Getränk, Pisco Sour.
Die Fahrt war anstrengend, auch wegen der zahlreichen entgegenkommenden LKW, die uns durch ihren Windsog ganz schön in Schräglage brachten.
Unser Ziel und zugleich das Highlight des heutigen Tages, die Lagune von HuacaChina.
Heute morgen fuhren wir kurz nach dem Frühstück und noch vor dem Auschecken an den Strand. Schwimmen im Pazifik!
Was für ein wunderbares Wasser und weniger kalt als am Vortag.
In der Nähe waren Algensammler am Werk, die am Ufer kleine “ Maulwurfshügel“ anlegten.
Wir kamen mit einem der Sammler ins Gespräch. Er berichtete, dass die Chinesen die Abnehmer sind und sehr schlecht bezahlen. Für 1 Tonne gibt es 1.200 Soles = 300 Euro.
Apropos „Chinesen in Peru“.
Die Chinesen kaufen Peru
Kann eine der Leserinnen oder Leser das übersetzen?
Inzwischen sind wir in Nazca eingetroffen, wieder in der Pension „Lydia“, wo wir äußerst freundlich aufgenommen wurden. Unsere Motorräder stehen wieder direkt neben dem Pool…
Pension Lydia
Auf unserem touristischen Zettel standen heute noch zwei sehr spezielle Brunnenanlagen.
Eine Linie von mehreren hintereinander angeordneten spiralförmig in den Boden gegrabenen Wasserstellen zieht sich über einige hundert Meter durch die Landschaft.
Frisches Quellwasser
An einer anderen Stelle wurden mehrere Gräben in einen Hang getrieben, in denen sich dann das Wasser sammelt.
Heute waren wir fast ausschließlich auf der Panamericana unterwegs. Links die Wellen des Pazifik, die gegen die Felsen branden oder an einem langgezogenen Strand auslaufen und auf jeden Fall einen Saum von Dunst über die Küste legen und unsere Visiere trüben.
Die Panamericana
Rechts kahle Wüstenberge und heute streckenweise Sandwüste, so wie wir uns eben Wüste vorstellen. Dünen, Sandwellen….
Sand, Sand, Sand
Wenige Kilometer nach unserer Abfahrt machten wir bereits unseren ersten Stop, Puerto Inca.
Von diesem winzigen Hafen – eigentlich ist es nur eine kleine Bucht – führt ein Inka-Trail durch die Berge rauf nach Cuzco.
Auf diesem Weg waren zu Zeiten der Inkas die Chasquis, die Stafettenläufer unterwegs; sie sollen angeblich so schnell gewesen sein, dass der Inka in Cuzco häufiger frischen Fisch aus dem Pazifik bekommen haben soll.
…es könnte sich vermutlich eher um Verleihnix-Ware gehandelt haben…es sind immerhin ca. 730 Kilometer bis Cuzco…
Neben der eher unscheinbaren archäologischen Stätte befindet sich heute ein „Resort“, das seine besseren Tage schon länger hinter sich hat.
Puerto Inca ResortPuerto IncaPlaya von Puerto Inca Bucht von Puerto Inca
Heute ist mir ein Lapsus bei der Navigation unterlaufen, der vermutlich auf die gestrige übermäßige Zufuhr von Vitamin C zurückzuführen ist. Um Mangelerscheinungen vorzubeugen mußten wir uns gestern Abend 2 Liter Vitamine in Form von Pisco Sour zuführen. Außerdem war 1 Liter deutlich günstiger als 4 einzelne Gläser, was den Schwaben in mir doch etwas übermütig werden ließ. Zum Glück hat uns ein Mototaxi zu unserer Unterkunft gebracht….
Der Fehler: wir haben einen Abzweig nach Puerto de Lomas verpasst, das wir uns ansehen wollten. Stattdessen sind wir auf der Panamericana weiter in die Wüste gefahren. Das fuhr sich so schön…..
Übrigens – trotz der 37 Grad + – lässt es sich Dank des strammen Windes gut fahren. Der Wind ist erfrischend kühl (33 Grad), jedenfalls solange man fährt und Luft in die Kombi lässt.
Etliche Kilometer vor unserem Ziel durchfuhren wir ein riesiges Bergbau-Gebiet. Hier wird von einer chinesischen (!) Firma Eisenerz abgebaut und nach China verschifft.
Marcona ist eine Minenstadt, wüste, runtergekommene Arbeitersiedlungen, viel Industrie, Zäune und Staub.
Ein gigantischer Erztransporter
Unser außerordentlich freundlicher und hilfsbereiter Gastgeber fuhr uns zu einigen besonderen Punkten an der Küste. Er kam richtig in Wallung, als wir ihn auf die chinesische Mine ansprachen.
Er berichtete uns, dass es hier teils gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den peruanischen Bewohnern und den chinesischen Minenbetreibern gibt. So haben die Chinesen z.B. eine Straße, auf der die Fischer zu ihren Booten fahren, einfach gesperrt, weil sie durch Konzessionsgebiet führt.
Die Chinesen scheinen sich wie Kolonialherren aufzuführen.
Straßensperrung
Außerdem wollen die Chinesen einen Hafen bauen und haben schon einmal größere Teile der Küste abgesperrt, so daß die Bewohner der Stadt dort keine Häuser mehr bauen können und dort keinen Zugang zum Meer haben.
Punta San Juan – Seelöwen-LandezoneSeelöwen La Trompa del ElefanteDie „Maulwurfshügel“ – Seetang, der hier geerntet wird und als Grundlage u.a. für die Herstellung von Kosmetika dient
Den heutigen Tag will ich nutzen, um Euch (vielleicht interessierten) Lesern und Leserinnen etwas zur von uns verwendeten Technik in Hinblick auf Navigation, Fotografie, Homepage und Datenspeicherung zu berichten.
Wen es nicht interessiert, ganz unten Text zu unserem heutigen Tag.
Navigation
Zur ersten Orientierung und Planung der jeweiligen Route verwenden wir meist Google Maps in den verschiedenen Darstellungsformen; Standard, Satellit, Gelände. Bei unklaren, oder uns schwierig erscheinenden Strecken versuchen wir uns einen Eindruck mit Street View zu verschaffen.
Als Navigationsgerät nutzen wir ein simples Android-Handy. Das Handy-Betriebssystem ist jedem anderen Motorrad-Navigationsgerät einfach überlegen. Zudem ist keine spezielle Einarbeitung in eine andere Benutzeroberfläche notwendig, da wir das Handy ohnehin ständig benutzen.
Bei einem Defekt kann man inzwischen an jeder Ecke für kleines Geld ein einfaches Handy kaufen; deren Leistung ist mehr als ausreichend.
Aktuell in Verwendung: Realme 8, 4GB RAM, 64GB Speicher, Android 13, Patch vom 05.01.2024
Als Navi-Programm kommt Kurviger Pro 1.14.28 (letzte Version, wird nicht weiterentwickelt) zum Einsatz.
Die neueste Version ist die 3.3.0 ; Google Play
Kartenmaterial: Open Street Map OSM, mit speziellen Features für Motorradfahrer.
Der Vorteil bei dem verwendeten Kartenmaterial ist die ausgezeichnete Darstellung, deren Komplexität sich je nach Bedarf „hochschrauben“ lässt.
Kurviger.deBeispiel für eine Route
Fotografie
Steve Jobs soll mal (sinngemäß) gesagt haben:
„Die beste Kamera ist die, die man dabei hat“
Also in meinem Fall immer in der Kombi-Jackentasche dabei:
Xiaomi 13, 8/256 GB, HyperOS, Android 14, Patch vom 01.01.2024
Die eierlegende Wollmilchsau.
Homepage
WordPress unter Verwendung von Jetpack auf dem Handy
Aktuellste Version
Datenspeicherung
WiFi ist hier fast nirgendwo ein Problem. Es ist in den meisten Hotels, Restaurants, Cafés, Kneipen eine Selbstverständlichkeit. Passwort wird sofort mitgeteilt oder ist gut sichtbar irgendwo ausgehängt. Meist auch sehr schnell.
Daten hochladen ist also keine Schwierigkeit.
Wohin hochladen?
Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, gebe ich häufiger Fotoalben frei, die auf meinem heimischen Synology-Server liegen. Für Details ist dies hier nicht der geeignete Ort.
Nur soviel: es funktioniert! Meine Fotos gehören mir!!!
Unser heutiger Tag verlief unspektakulär. Allerdings mussten wir uns den Herausforderungen des Strandlebens stellen.
Der heutige Tag führte uns über die Panamericana entlang der Pazifikküste, eine teils atemberaubend schöne Strecke! Grandiose Blicke auf die felsige, zerklüftete Küste, wo unten die Pazifikwellen branden, die Gischtdunst über die Küste legen und oben die Wüstenberge, kakteenbestanden oder nur aus Sand, in die Höhe ragen.
Dazwischen immer mal wieder eine Quebrada, eine wasserführende, oft breite Schlucht, die aus den Bergen kommend zur Pazifikküste führt.
Hier war der Fluss ausgetrocknet, wie man auch an der Färbung erkennen kann.Eine Quebrada, Schlucht
In einem kleinen Fischerdorf mussten wir unser 2. Frühstück zu uns nehmen. Herrlicher gegrillter Fisch!!
Cevichera
Angenehm zu fahren trotz sengender Sonne, da ein strammer, kühlender Wind das Fahren erleichtert.
Phantastische Strecke!!!
Allerdings: Sobald eine Siedlung näher kommt, die üblichen entsetzlichen Müllberge. Plastik in jeder Form! Entsetzlich, scheinbar völlige Gleichgültigkeit.
Dieser Tag hatte wieder einige spektakuläre Wendungen.
Unsere Unterkunft in Cabanaconde war, zumindest was die Zimmer anbelangt und vor allem die warme Dusche (Sonnenkollektoren auf dem Dach), ganz entgegen unseren Erwartungen wirklich gut.
Cabanaconde ist ansonsten eine ziemlich triste Veranstaltung und wenn sich dann auch noch abends die Wolken herabsenken und alles in ein gräuliches Licht versenkt wird, bei scheinbar eingefallen Hütten, schmierigen Wegen…
Am Morgen waren die Wolken immer noch da, allerdings wurde es langsam heller. Wir machten uns also auf den Weg, um die Kondore starten zu sehen.
Im Nebel stießen wir dann auf zahlreiche Minibusse, die Touristen zum Startplatz brachten. Jetzt kam für uns der Moment der Entscheidung: warten bis die Wolken sich lichten und ausreichend Thermik für die Kondire vorhanden ist und anschließend unsere vorherige Strecke wieder zurück nach Arequipa fahren, oder die etwas gewagtere Route direkt runter durch die Berge auf Schotter an den Pazifik?
Beides nicht wirklich so toll, die Route direkt von Cabanaconde runter zum Pazifik aber definitiv reizvoller.
Auf dem Weg nach Huambo
Das Problem war nur: Wetter (nachmittags Regen, Hagel?, Schnee?) und das auf einer, wie uns gesagt wurde, üblen Schotterpiste.
Unter Hinzuziehung einer Karte, Befragung von Rangern, setzten wir einen Punkt of No Return fest.
In Huambo gibt’s die letzten Unterkünfte, 1 Stunde weiter, wenn dann nichts mehr geht, umdrehen. Das schaffen wir!!!
Bis Huambo eine überraschend gute Asphaltstraße, 1 Stunde, oft in den Wolken und überraschende Hindernisse. (Siehe Foto oben)
Wir haben den Jungens geholfen, das Hindernis zu beseitigen. Florian ist ja nicht nur unser Schrauber-Fachmann, sondern kennt sich auch mit Holzeinschlagen sehr gut aus, wie seine Nase beweist (Hinweis ist nur für Eingeweihte verständlich).
Dann begann das Schottern.
Schotter mit etwas Schlamm
Die Strecke ließ sich wider Erwarten gut fahren, schraubte sich auf 4.300 Meter hoch, die obligatorischen Lamas und Vicuñjas links und rechts.
Lamas
Hinter einer Anhöhe drohende, dunkle Regenwolken. Na gut, das hatten wir ja erwartet. Regenklamotten an und weiter. Düster, kalt, kein Regen. Florian hatte sich mit 2 langen Unterhosen auf die Kälte vorbereitet, nachdem es ihm auf der Strecke über den 5.000 Meter Pass doch zu kalt geworden war.
Immer noch kein Regen. Na gut, dann weiter…
Die Strecke ließ sich erstaunlich gut fahren, keine unüberwindlchen Hindernisse. Manche Abschnitte konnten wir mit 60 km/h überfliegen.
Nach der Wetterscheide ging’s dann abwärts durch immer kargere Landschaften bis wir dann endlich wieder auf Asphalt stießen. Die letzten Kilometer hatten uns mächtig durchgerüttelt.
Eine der zahlreichen Lagunen…fast unten angekommen!Auf dem Weg zur Küste