Heute nur ganz kurz. Es ist schon spät, deshalb vor allem Bilder. Morgen mehr. Versprochen!
Auch heute hat uns das in den Bergen drohende Regenwetter davon abgehalten, in Cusco noch eine Nacht zu verlängern und einen Ausflug nach Pisac und Ollantaytambo zu unternehmen.
Wir dachten, wenn schon Regen, dann wenigstens auf dem Weg nach Puno.
Es kam natürlich wieder einmal anders. Sonnenschein 🌞 Wir waren selbstverständlich viel zu warm angezogen.
Für den heutigen Tag hatten wir uns vorgenommen uns als allererstes furchtlos in die Mühlen der Bürokratie zu stürzen und anschließend – gewissermaßen als Belohnung – die eine und andere Sehenswürdigkeit außerhalb der Stadt anzusehen.
Bürokratie, das haben wir ja inzwischen gelernt, erfordert hier vor allem viel Geduld und Zeit und manches Mal den Weg von Pontius zu Pilatus.
Lacht da irgend jemand und sagt das kennen wir doch aus Deutschland? Seid versichert, das geht noch besser!!!
Mit gehöriger Gelassenheit gewappnet stellten wir uns also der Herausforderung.
Beim Grenzübertritt von Ecuador nach Peru mussten wir eine Haftpflicht-Versicherung für die Motorräder für 30 Tage abschließen. Die 30 Tage sind am 12.03. rum. Also Verlängern!
Der Standort der Versicherung war schnell gefunden, hinfahren mit den Motorrädern, reingehen, abschließen, rausgehen, weiterfahren. Das war der Plan.
Überraschung!!! Es funktionierte genau so. Nach 30 Minuten war alles vorbei. Wir haben den Versicherungsnachweis in Papierform und auch sofort – selbstverständlich – digital (!!!) erhalten.
Und jetzt die Belohnung:
Cristo Blanco, oberhalb von CuzcoBlick auf die Plaza MayorCuzco
Anschließend weiter nach Saqsaywaman, der Inka-Festung direkt oberhalb von Cuzco; wir können vom Dach unserer Unterkunft raufsehen.
Einfach überwältigend, diese Mauern mit gigantischen Steinen, die da irgendwie ganz leicht und wie selbstverständlich errichtet wurden.
Leider erwischte uns während der Besichtigung mal wieder der Regen, so dass wir unsere geplante Fahrt nach Ollantaytambo abgeblasen haben.
Im Kloster Santa Catalina – Himmel und Hölle
Stattdessen besuchten wir am Abend noch das Museum des Nonnenklosters Santa Catalina. Es hat eher eine düstere und bedrückende Ausstrahlung.
Anschließend entspanntes Schlendern durch die Gassen um die Plaza Mayor. Viele kleine Geschäfte, Alpaca- Mode, Pullover, Schals, etc. Stoffe, die sich federleicht und warm anfühlen.
Natürlich auch viel Nippes, aber alles in einer sehr entspannten, ruhigen Atmosphäre; Fußgängerzonen, kein Müll, viel angenehmer und sauberer als z.B. in Palermo.
Von unserer heutigen Strecke ist nichts Großartiges zu berichten, außer dass wir uns wieder einmal warm angezogen hatten und beim Bergaufstieg wegen der drohenden Regenwolken in unsere Regenbekleidung verpackt hatten. Zum Glück stellte sich das dann schnell als überflüssig heraus, also wieder rauspulen aus dem Regenzeug.
Ach ja, einer großen Enttäuschung sahen wir uns heute ausgesetzt: wir hatten einige virtuelle Übungsrunden zwecks der händchenhaltenden Überfahrt über eine aus Brettern bestehende Brücke eingelegt.😁😁
Leider können wir an dieser Stelle nicht mit den versprochenen Fotos dienen, leider auch keine Selfieaufnahmen liefern. Die Aktion ist ins Wasser gefallen….
Brücke in tadellosem Zustand …fast schon langweilig
Polizei und Google lagen beide falsch.
Anstelle einer zerstörten Brücke passierten wir einen gigantischen Bergrutsch, der vermutlich die Ursache für die vorgeschlagene Umleitung war.
Die Reinfahrt nach Cusco verlief ziemlich problemlos, wir sind deutlich Schlimmeres gewohnt.
Wir haben ein riesiges Appartement gefunden, dessen Preis und Lage unglaublich gut ist.
289 Soles ca. 71€
Na gut, peruanisches Appartement, aber mit allem, was für uns wichtig ist. Motorräder sicher im Hof untergebracht, saubere Zimmer, Küche, Dusche, ruhig (von kläffenden Kötern abgesehen). In der Nähe des historischen Zentrums.
Die Buslinie „Batman“ (die heißt wirklich so) hält vor der Tür, 1 Soles p.P. kostet die Fahrt und eine tolle Aussicht.
Blick auf CuscoNa gut, so sieht die Unterkunft von außen aus
Auspacken, Umziehen, mit Batman in die Stadt und eine erste kleine Runde drehen, unser Programm für heute.
Plaza Mayor mit KathedraleAn der Plaza Koloniales AmbientePhantastische Arbeit, seht euch die dritte Reihe von unten an, durchgehend, massive Steine, ohne Mörtel, fugenlosGasse mit Grundmauern aus der Inka-ZeitMauern aus der Inka-Zeit
Eine wirklich interessante Stadt mit tollem kolonialen Ambiente und beeindruckenden Mauern aus der Inka-Zeit.
An der Plaza Mayor liegt die Kathedrale. Ein imposanter Bau mit einer geradezu erschlagenden Pracht an Gold und Silber.
Nach einem kleinen Frühstück an einem der in Peru typischen Straßenstände, starteten wir voller Elan und aufgrund der gestrigen Erfahrungen, vorsorglich mit schnittigen langen Unterhosen, dicken Handschuhen und Schal.
Frühstück Brot mit Ei und Tee
Die ersten ca. 80 Kilometer ging es immer an einem mit großer Gewalt dahinrauschenden Fluss in einem engen Tal abwärts. An der einen oder anderen Stelle hatte der Fluß tiefe Wunden in die ansonsten vorzüglich ausgebaute Asphaltstraße geschlagen.
An einer Stelle mußten wir eine felsige Furt durchqueren, deren gröbste Felsbrocken sich unter dem Wasser kaum ahnen ließen. Mich hätte es auch beinahe ins Wasser gelegt – wäre keine große Freude gewesen – aber alles ist gut gegangen.
Mit tollen Kurven ging es immer weiter bis auf etwas über 2.000 Meter abwärts, d.h., es wurde wärmer. Also wieder raus aus der Michelin-Männchen-Kleidung.
Aufatmen – und gleich die nächste Herausforderung. Wir mussten das Tal verlassen, die Straße schraubte sich wieder aufwärts und rein in die Stadt Abancay. Das absolut wildeste Loch, durch das wir bislang gefahren sind.
Wir sind ja der festen Überzeugung, dass für die großen Straßen, die Nationalstraßen, der Staat zuständig ist; diese sind relativ gut gepflegt. Aber in der Stadt sind die Kommunen zuständig, da meist relativ arm, ist der Straßenzustand entsprechend.
Eine absolute Katastrophe – neben den üblichen und schon gewohnten Dingen wie Stau, Staub, Gestank, wildes Gehupe, usw. , kamen hier noch zahlreiche stinkende Sattelschlepper, enge, aufwärts führende Straßen, langgezogene, tiefe Schlaglochschikanen, querlaufende Wasserrinnen und ähnliches hinzu.
Nur Mut – selbstbewußt mit heftigem Einsatz der Hupe an den Schlangen vorbei ….. wer zuerst zuckt hat verloren.
Endlich raus aus dem Loch und schon geht es wieder aufwärts.
AbancayEine unvollendete Betonkirche oberhalb Abancay – mit dem Beton könnte man Schlaglöcher füllen…Ohne Worte
Jetzt wurde es wieder kühl. Klar, wieder rein in die wärmenden Klamotten.
Jetzt kommen die Wolken, also vorsichtig durch die Wolken und Kurven aufwärts schrauben. Es wird heller, die Sonne scheint und schon wieder ein großartiges Panorama.
Das haben wir uns verdient
Bei dem fremden Mann auf dem Foto handelt es sich zweifelsfrei um Florian.
Da ich ja, wie einige von euch vielleicht wissen oder erkannt haben, immer sehr viel Wert auf eine gut sitzende Haarfrisur lege 😁, ist es mir gestern gelungen auch die anderen beiden zu einem Friseurbesuch zu überreden. Es wurde einfach Zeit!
Start heute bereits kurz nach 8 Uhr. Uns wurde versichert, dass es zu dieser Jahreszeit regelmäßig am frühen Nachmittag zu regnen beginnt. Zumindest für den gestrigen Tag können wir das bestätigen, es regnete sehr heftig bis tief in die Nacht hinein.
Da unsere heutige Strecke bis auf 4.600 Meter raufgeht, wollten wir auf keinen Fall riskieren bei der Höhe auch noch durch Regen fahren zu müssen.
Vorsichtshalber zogen wir die maximal wärmste Kleidung an. Und das war auch gut so. Der Wind auf den kahlen Höhen ist verdammt kalt, obwohl die Sonne scheint.
Eine weite Ebene auf über 4.000 Meter Supermarkt
Wir hatten Glück, auf der Hochebene brauten sich schon die dunklen Wolken zusammen und wir bekamen bereits etwas Regen ab, da stürzte die Straße mit irrsinnigen Kurven hinab ins Tal und wir mit ihr.
Die Unterkunft war schnell gefunden, die Motorräder sicher untergestellt, die Zimmer bezogen und erst einmal relaxen …
Unser Ziel ist Cuzco. Das sind insgesamt ca. 750 Kilometer, von der Küste rauf bis auf deutlich über 4.000 Meter Höhe. Die Wettervorhersage verspricht nichts Gutes; unterwegs wurde sogar von Schnee auf der Straße gesprochen.
Auf jeden Fall sind wir früh aufgebrochen, da uns verschiedene Leute darauf hingewiesen hatten, dass es ab dem frühen Nachmittag regnen soll.
Von Nazca aus ging es zunächst über 80 Kilometer konstant aufwärts und das in der für Motorradfahrer besten Form: in Kurven.
Die Straße ist ausgezeichnet, sehr guter, griffiger Asphalt, phantastische Ausblicke und eine sich rasch verändernde Vegetation.
Abgefahren sind wir bei der nun schon gewohnten Hitze, weiter oben – nach vielleicht 1 Stunde Fahrt – mußten wir stoppen und warme Kleidung rausholen. Lange Unterhosen, zusätzliches Hemd, bzw. Jacke und alle Lüftungsklappen schließen.
Raststätte Hier gab’s Coca-Tee und KäseCoca-Tee ist bei der Höhe sehr hilfreich
Gegen 13 Uhr kamen wir an unserem Zielort an; Start morgens gegen 8:30Uhr.
Eiligst suchten wir ein Restaurant, bekamen dort auch noch kurz vor Schluss ein gutes Essen, Gemüsesuppe und gebratene Forelle mit Reis und Kartoffeln, dazu Saft und Coca-Tee.
Der Fisch, bzw. das Huhn waren warm, die Beilagen eher kalt. Nicht unüblich hier…
Wir saßen bereits mit unseren dicken Jacken im Restaurant, Heizung gibt es nicht; den anschließend geplanten Bummel brachen wir ab, es wurde einfach ungemütlich kalt. Die Wolken legten sich über das Dorf.
Kalte Stimmung
Schnell zurück in die kalte Bude, Schlafsack raus und warme Kleidung anziehen.
Damit ihr eine Vorstellung von unserem heutigen Tag habt, hier die Rahmendaten:
Start in Paracas: 8:30 Uhr
Ankunft in Nazca: 18:00 Uhr
Dazwischen ca. 30 Kilometer übelster Rüttelpiste mit kleineren Sandverwehungen.
Schräg fahren am Schotterhang
Piste suchen zwischen Schotter und Sand
Durch Sanddünen schieben, Gepäck runter, Gepäck rauf
42 Grad angenehmer Hitze
Wind, usw.
Aber der Reihe nach:
Der heutige Tag bot Highlights für mindestens 1 Woche. Bereits kurz nach dem Start sahen wir dieses hier…
Flamingos auf der Halbinsel Paracas…in der Nähe eines Salzsees, Highlight 1
In einer großartigen Landschaft, Salzseen und plötzlich Flamingos!!
Wüstenlandschaft mit Seen, Highlight 2
Wir konnten uns nicht sattsehen an dieser atemberaubend schönen Landschaft, kleine Buchten, mit Pazifikbrechern, Geiern am Strand, steil aufragende Sanddünen, Schutt- und Geröllberge und wir mitten dazwischen, immer auf der Suche nach der richtigen Piste.
KüstenwüsteGeier
Dann die erste Schikane: ein Steilabhang, wir mussten runter, sehr schwierig zu fahren, erst langsam schräg am Hang tiefer tasten und dann mit Mut senkrecht runter….
Kippen gilt nicht und wenn, dann nur in Richtung Hang, bloß kein Überschlag – Angst fressen Seele auf…
Alles ist gut gegangen – vor allem natürlich wegen unseres fahrerischen Könnens 😁🙃🙃 – kein Sturz, kein Abrutschen.
Unten angekommen, erst einmal die letzte Flasche Wasser leeren, die anderen hatten sich schon auf der Piste verabschiedet.
Ganz oben ein todesmutiger Fahrer, da ging’s runter
Glaubt mir, das war wirklich steil!!! Das mindestens schon dritte Highlight!!!
Unten angekommen war klar, umkehren geht ab jetzt nicht mehr. Erstmal schauen, wo es weitergeht. Kurzes Beratschlagen, ok, da rauf und zweite irgendwie rechts….
Hat dann auch noch geklappt.
Dann mindestens Schikane 3. Wir waren schon froh von der grandiosen Küste links abbiegen zu können und rein ins Landesinnere in Richtung Panamericana. Das ging dann vielleicht 800 Meter gut, Piste, halbwegs fester Untergrund, aber dann: Sanddüne über der Straße. Etwas vorbeimogeln ging ein wenig aber festwühlen im Sand, Gepäck runter, schieben, 42 Grad Unterstützung!!!
FestgewühltNix geht mehr
Kurz danach: Schikane 4.
Schon wieder eine Sanddüne über der Piste….wenn das so weitergeht, dann kommen wir ja nie an…😱
Dank des Übungsgewinns von Schikane 3 haben wir diese Düne (fast) locker weggesteckt 😁😁
Aber jetzt, endlich, Schikane 4: locker 30 Kilometer übelste Rüttelpiste, so wie man sich das vorstellt, Wellblechcharakter mit Sandeinlage. Die armen Moppeds, mit 60 km/h drüberfliegen ging nicht ständig, die Dinger wurden heftigst durchgerüttelt.
Die Panamericana führt mitten durch die Linien von Nazca.
Ca. 25 Kilometer vor Nazca, von Norden kommend, kann man einen Aussichtsturm besteigen und sieht dann bereits einige der Linien und Figuren, die dort in den Sand geritzt wurden.
Die beiden sind jetzt gut zu Wasser gelassen. Hier in Paracas ist ziemlicher touristischer Trubel, die Wartezeit um aufs Boot zu kommen, hält sich dennoch in Grenzen.
Ich selbst habe die Tour schon zwei mal erlebt, ein drittes Mal ist heute nicht notwendig.
Auf der Mole…am Strand
Und jetzt einige Highlights vom Bootsausflug:
Das spätestens seit Däniken bekannte Landezeichen der Außerirdischen….Der Kandelaber