An den gewaltsamen Umsturz 1973 erinnert ein Standbild Allendes.
Salvador AllendeErinnerungstafel für die beim Umsturz getöteten Menschen.
Anschließend besuchte ich das aus meiner Sicht bislang beste und auch museumsdidaktisch sehr gut gemachte Museum für Präkolumbianische Kunst (Museo Chileno de arte Precolombino).
Großartige Exponate!
Z.B. dieses hier aus San Andres in Kolumbien.
Dieses UNESCO-Weltkulturerbe konnten wir leider aus Sicherheitsgründen nicht besuchen.
Eine der nur in wenigen Exemplaren erhaltenen Quipus (Knotenschrift).Aus Vogelfedern erstelltes TuchZur Skorbut-Vorbeugung dieser ausgezeichnete Lachssalat im Museumscafé
Die Bahn führt direkt am Zoo vorbei langsam auf Schienen ziemlich spektakulär nach oben.
Teleférico
Der Berg ist eine riesengroße Parkanlage mit wunderbar angelegten Spazierwegen, einem Freibad und schönen Ausblicken auf die Stadt.
Mit einer weiteren Seilbahn gelangt man dann in die Nähe des höchsten Gebäudes in Südamerika, Sky Costanera.
Sky Costanera300 Meter hoch, 62 Stockwerke, das höchste Gebäude Südamerikas
Die Aussichtsplattform ist nach oben offen und bietet neben frischer Luft großartige Ausblicke auf die Stadt und die leicht schneebedeckte Kordilliere.
Grandiose Ausblicke
Beim Sky Costanera befindet sich die vielleicht (?) größte Shopping-Mall Südamerikas. Jede Marke mit Rang und Namen oder auch ohne ist dort vertreten. Und der Laden brummt….unvorstellbar. in Deutschland und umzu fällt mir nichts Vergleichbares ein.
Ganz in der Nähe des Parks befindet sich meine Unterkunft. Die wichtigsten Punkte der Innenstadt kann ich von dort aus leicht zu Fuß erreichen.
Allerdings wurde ich mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Stadtteil nicht sicher sei.
Es ist schon merkwürdig, einerseits ist Santiago eine sehr westliche, europäische Stadt, mit allem Reichtum, einer hochmodernen Metro, die im 2-Minuten-Takt fährt, einem dichten Bussystem, gigantischen Shopping-Malls, herrlichen kolonialen Gebäuden.
Andererseits ist in bestimmten Ecken die Verwahrlosung mit Händen zu greifen. Zugeschmierte Hauswände, Müll auf den Straßen, Menschen, die auf Bänken, in Ecken, auf dem Boden schlafen, bröckelnde Fassaden….Hundscheiße.
Das alles im Stadtzentrum, dicht beieinander. Offensichtlich gibt es viel Diebstahl, vor fast jedem Geschäft steht Security, die Menschen sind mit Umhängetaschen und Rucksäcken sehr vorsichtig. Erstere werden meist fest unter den Arm geklemmt, die Rucksäcke vor der Brust getragen.
Die Freundlichkeit ist längst nicht so überwältigend wie in Kolumbien, Ecuador oder Peru.
Hier bei diesem Hügel, Cerro Santa Lucia, gründete einer der Konquistadores, Pedro de Valdivia, 1540 Santiago de Chile. Heute ist dieser Hügel eine schön angelegte Parkanlage inmitten der Millionenstadt. Umgeben von Hochhäusern und stark befahrenen Straßen.
Pedro de Valdivia, Gründer der Stadt150 Konquistadores haben hier ihr Lager aufgeschlagen
Von der Spitze bietet sich ein toller Blick, mit etwas Glück kann man durch den Smog die schneebedeckte Sierra erkennen.
Blick auf den Cerro San Cristóbal und die Sierra
Die nächste Station meines Rundgangs war dann das Museum für zeitgenössische Kunst, Museo de Arte Contemporáneo. Das sich direkt daneben befindende Museo Nacional de Bellas Artes ist derzeit leider geschlossen.
Die Museen befinden sich in einer Parkanlage, die sich am Fluß Mapocho entlangzieht. Auch in dieser Parkanlage haben sich Menschen „häuslich“ eingerichtet.
„Sofa“ im ParkParkanlage am Rio MapochoVor dem MuseumIn dem Museum
Nach so viel zeitgenössischer Kunst muss jetzt was handfestes her – der Mercado Central.
Eingang zum Mercado CentralNein, nicht DER Luis Corvalan
Direkt beim Haupteingang befindet sich der Fischmarkt; ob es bei diesem Stand verwandtschaftliche Beziehungen gibt, konnte ich noch nicht herausfinden.
Nicht weit entfernt vom Mercado liegt die Plaza de Armas, der zentrale Platz Santiagos.
Auffallend hier die zahlreichen leichter bekleideten Damen, die sich sehr aktiv nach Kundschaft umsehen….
Plaza de Armas Links die Kathedrale, rechts eine Bank
Flug von Cali nach Santiago de Chile mit Umsteigen in Bogotá.
Abflug in Cali um 4:08 Uhr, Weiterflug in Bogotá um 6:25 Uhr.
Ankunft in Santiago de Chile um 13:25 Uhr.
Ein langer Tag, der am Vorabend noch mit einem Besuch mit der Familie Rivas in einem Hamburger-Restaurant begann. In Cali findet derzeit der alljährlich durchgeführte Wettkampf statt unter dem Motto:
Es wird der BurgerMaster ermittelt. Jeder Burger kostet 18.000 COP (Pesos Colombianos), ca. 4,20 €. Die Restaurants sind rappelvoll.
BurgerMaster
Derart gesättigt wurde ich zum Flughafen geleitet, fand dort in einer Ecke auf einer Bank ein gemütliches Plätzchen, legte mich schlafen – was auch tatsächlich gelang – flog nach Bogotá und von dort in den Flieger nach Santiago.
Überraschung:
An Bord gab es weder Frühstück noch sonst etwas zu essen. Nur gut, dass ich am Abend vorher, s.o. …..
Dies war ein großartiger Flug, führte er doch über das Amazonasbecken entlang der Ostseite der peruanischen Kordilliere, parallel zur Sierra Nevada mit dem Huascaran, dem höchsten Gipfel der peruanischen Anden, 6.768 Meter.
Einige Wochen zuvor sind wir genau dort mit dem Motorrad über die Berge gefahren!!!
Die Sierra Nevada mit dem Huascaran HuascaranDer Doppelgipfel des Huascaran
Allein wegen dieses Blicks hat sich der Flug schon gelohnt.
Der Flieger war nicht gut besetzt, so daß ich mich in der Reihe am Notausgang noch mal hinlegen konnte…es fehlte nur der Kaffee.
Die Paßabfertigung in Santiago glänzte durch „toll“ organisierte Zick-Zack-Schlangen mit endloser Wartezeit.
In der Ankunftshalle wird man sogleich umschwärmt von selbsternannten „offiziellen“ Taxifahrern. Da ich mangels ausreichendem Schlaf etwas ungnädig war, hatte ich nach der zweiten Verhandlungsrunde bereits die Faxen dicke und suchte mir schließlich einen tatsächlich offiziellen Taxistand, die Mondpreise kannte ich nun ja schon.
Für knapp 25 € mit einem gesprächigen, dabei sehr informativen, Taxifahrer rein in Stadt, mitten ins Zentrum zu meiner Unterkunft.
Wann und wo ich auf gar keinen Fall (!) alleine rumlaufen soll, hab ich mir gut angehört. Auffallend ist jedenfalls, dass Rucksäcke und Taschen vor der Brust getragen werden…
Von meiner zentral gelegenen Unterkunft aus dann gleich einen ersten Rundgang und rein ins Getümmel der Fußgängerzonen, der Ramblas.
Ausblick vom 14. Stock, nicht wirklich toll…schon besser. Hier wird Schach gespielt.Historisches Nationalmuseum Die Alte PostLinks, unschwer zu erkennen, die Kathedrale