Resümee – Menschen

01.05.2024

Bei all den großartigen Landschaften – vom vergletscherten Huascaran, über die endlosen Küstenwüsten, HuacaChina, Oasen im Sand – das wirklich Beeindruckende sind die Begegnungen mit den Menschen, der Blick in die freundlichen, lachenden Gesichter.

Ohne Begegnung mit den Menschen unterwegs bliebe die Reise farblos, irgendwie blutleer…

Eine typische Begegnung unterwegs auf dem Motorrad:

Da schlängeln wir uns nun gefühlt schon eine Ewigkeit durch die Straßen der großen Stadt, es geht kreuz und quer, vor allem laut und abgasvoll, die erste Verkehrsregel lautet, achte auf das was der vor dir herfahrende oder der von links kommende oder der vor dir stehende oder überhaupt irgendeiner der dich umgebenden Verkehrsteilnehmer (teilnehmen ist hier genau der richtige Begriff) macht, falls er es  jetzt selbst schon ahnt was er gleich vorhat; da wird links geblinkt, ohne Bedeutung, das ist Dauerblinken, nein, der hat sich ganz links eingefädelt, weil er gleich diagonal vorbei an allen anderen nach rechts abbiegen will, oder er überlegt es sich doch noch einmal….

Da schwimmen wir nun also irgendwie mit, die innere Spannung steigt, jetzt bloß gelassen bleiben…da kommt von rechts die Frage: Woher kommt ihr? Oh, schönes Motorrad! Jetzt steht der Verkehr vollends….ah Alemania, Lachen, Lächeln, Daumen hoch, von links schließt sich der nächste an, alles freut sich, uns geht es gut, vor uns tut sich eine Lücke auf, jetzt Gas geben, draufhalten, wer zuckt hat verloren….

In dem kompletten Wahnsinn geht es eigentlich völlig entspannt zu, mit richtig viel Kontaktaufnahme, nicht nur verbal; und rücksichtsvoll ist es, gespielte Aufregung, keine Aggression.

Das war jetzt der Standard.

…to be continued…

Luftverschmutzung durch Straßenverkehr in Cali

Gedanken zur Luftverschmutzung

Da ich aktuell in und um Cali viel mit dem Motorrad unterwegs bin, sammele ich sozusagen mit erster Nase tiefe Eindrücke in Bezug auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr.

Es gibt mehrere Hauptverursacher für die schlechte Luft:

  1. Die Zweitakt-Mopeds, eine wahre Pest. Hinterherzufahren – und das läßt sich nicht vermeiden – ist eine absolute Qual. Nicht wie bei den Trabbis die hinterherwehende blaue Fahne, aber einfach ein schrecklicher Gestank.
  2. Die Collectivos – das sind die Sammeltaxis, Pickups mit Aufbau für den Personentransport. Die fahren regelmäßig bestimmte Strecken und wenn sie am Startpunkt voll mit Personen sind, dann geht´s los. Sammeln unterwegs an jeder beliebigen Stelle Reisende auf. Diese Fahrzeuge haben vermutlich ein biblisches Alter, jedenfalls – vor allem wenn es bergauf geht – ziehen diese Dinger eine gewaltige, schwarze Fahne hinter sich her.
  3. Getoppt werden die Collectivos dann nur noch durch die Busse, zumindest die kleineren, meist auch sehr alten Busse. Man erkennt sie schon von weitem an der sehr dunklen Rauchfahne.
  4. Die Krönung – das sind die LKW. Bergauf, sehr langsam, meist gut beladen, mit einer wahren Nebelwand hinter sich. Oft ist der Qualm so dicht, dass auch das Überholen bergauf gewagt sein kann!!! Ebenfall aus einem Museum stammend….

Mich überkommt hier immer der Gedanke, ob wir als Bundesrepublik nicht sofort einen größeren Effekt für die weltweite Luftverbesserung und dann auch noch unter Einsatz vermutlich geringerer Mittel erreichen könnten, wenn wir hier, statt bei uns mit extrem hohen Mitteleinsatz um die dritte Stelle hinterm Komma noch zu verbessern, sofort jedem Zweitaktfahrer in Cali ein Viertaktfahrzeug schenken, natürlich aus deutscher Produktion, mit entsprechender Ausbildung zum Zweiradmechanikermeister…. Der Gewinn für die Umwelt wäre sofort wahrnehmbar – vermutlich würden wir hier sofort einen höheren Effekt mit geringeren Mitteln erzielen.
Und dann die Dieselabgasreinigung!!! Aber da sind wir ja Meister….trotzdem, auch da ließe sich sicherlich sofort ein Gewinn für die Umwelt erzielen.
Das würde ich dann als „wertegeleitete Politik“ verkaufen.

Typischer LKW